Cashflow-Basis
Fekola + Goose + Masbate + OtjikotoDie aktuelle Bewertung stützt sich nicht nur auf Zukunftsprojekte. Fekola, Goose, Masbate und Otjikoto liefern bereits Gold und Cashflow.
B2Gold · Deep Dive · DRAFT 29c · Stand 19. August 2026
B2Gold ist ein international aufgestellter Goldproduzent mit vier produzierenden Minen: Fekola in Mali, Goose in Kanada, Masbate auf den Philippinen und Otjikoto in Namibia.
Hinter dieser geografischen Vielfalt steht jedoch ein Portfolio im Umbruch. Fekola ist weiterhin der wichtigste etablierte Cashflow-Träger, Masbate und Otjikoto befinden sich in einer reiferen Phase ihrer Minenlaufzeit, während Goose 2026 erstmals einen wesentlichen Beitrag zur Konzernproduktion leistet. Gleichzeitig sollen Fekola Regional und Antelope bestehende Infrastruktur länger auslasten; mit dem Back River District und Gramalote besitzt B2Gold darüber hinaus zusätzliche Entwicklungs- und Explorationsoptionalität.
Die Investmentthese von B2Gold beruht nicht auf einem einzelnen Projekt, sondern auf der Kombination aus laufender Cashflow-Generierung, bereits weit fortgeschrittenen Wachstumsprojekten und zusätzlicher Optionalität. Mit dem Ende der Gold-Prepay-Verpflichtungen und dem weitgehend abgeschlossenen Aufbau von Goose verschiebt sich der finanzielle Schwerpunkt zunehmend von hohen Investitionen hin zu freiem Cashflow. B2Gold erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 und für 2027 bei den aktuellen Metallpreisen eine deutliche Free-Cashflow-Generierung.
Dabei ist jedoch nicht jede zukünftige Unze gleich viel wert. Goose verbindet hohe Erzgehalte und eine lange Ressourcenbasis mit einer kanadischen Jurisdiktion; Fekola Regional kann vorhandene Infrastruktur nutzen, unterliegt aber einem deutlich anspruchsvolleren politischen und fiskalischen Umfeld. Antelope könnte die bestehende Infrastruktur in Namibia länger auslasten, während Gramalote und die weiteren Ressourcen des Back River Districts zusätzliche Optionalität schaffen. Für Minenwerte ist deshalb nicht die maximale Konzernproduktion entscheidend, sondern wie viel freier Cashflow B2Gold nach Steuern, Investitionen und staatlichen Beteiligungen tatsächlich zurechenbar bleibt – und welchen Preis die Börse heute für diese zukünftigen Cashflows verlangt.
Die aktuelle Bewertung stützt sich nicht nur auf Zukunftsprojekte. Fekola, Goose, Masbate und Otjikoto liefern bereits Gold und Cashflow.
Diese Projekte erweitern beziehungsweise verlängern bestehende Produktionsplattformen und können den Rückgang reiferer Minen teilweise kompensieren.
Gramalote und die hochgradigen Ressourcen im Back River Gold District können den Wert deutlich erhöhen, werden im Base NAV aber klar von bereits produzierenden beziehungsweise reservengestützten Cashflows getrennt.
B2Gold verbindet hohe laufende Cashflows mit mehreren bereits weit fortgeschrittenen Möglichkeiten, die heutige Produktionsbasis zu verlängern und zu verbreitern. Fekola Regional und Antelope können bestehende Infrastruktur weiter monetarisieren, während Back River und Gramalote zusätzliche langfristige Optionalität bieten.
Unsere Bewertung deutet darauf hin, dass der abgezinste wirtschaftliche Wert dieses Portfolios in Summe über der heutigen Börsenbewertung liegen könnte.
Zur Bewertung ↓Fekola Mine · Fekola Regional
Fekola im Südwesten Malis, nahe der Grenze zum Senegal und rund 500 Kilometer westlich von Bamako, zählt seit Produktionsbeginn 2017 zu den bedeutendsten Goldminen von B2Gold. Der Komplex verbindet einen großen Tagebau mit der bestehenden Fekola-Mühle, zusätzlichen Lagerstätten bei Cardinal und FNE, seit 2025 mit Untertagebau sowie künftig mit Erz aus Fekola Regional. Diese vorhandene Infrastruktur macht Fekola weit mehr als zu einer einzelnen Mine: Sie bildet die Verarbeitungsplattform für einen ganzen Goldbezirk.
Die Geschichte des Assets ist bemerkenswert: B2Gold übernahm Fekola 2014 mit Papillon Resources, begann Anfang 2015 mit den Bauarbeiten und nahm die Mühle im September 2017 mehr als drei Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan und im Budget in Betrieb. Der erste Goldguss folgte am 7. Oktober 2017; bereits Ende November wurde die kommerzielle Produktion erreicht. Im Juli 2025 überschritt Fekola die Marke von vier Millionen produzierten Unzen.
Heute befindet sich Fekola in einer neuen Phase. Der ursprüngliche Tagebau bleibt wichtig, wird aber zunehmend durch Cardinal, FNE, den 2025 gestarteten Untertagebau und künftig durch Fekola Regional ergänzt. Mit der im August 2026 erteilten Menankoto-Exploitation-Permit ist der wichtigste regulatorische Engpass für Regional beseitigt. B2Gold spricht nun von einer gesicherten Zukunft des Komplexes bis weit in die späten 2030er Jahre. Gleichzeitig unterscheiden sich die wirtschaftlichen Bedingungen deutlich: Die bestehende Fekola Mine verbleibt unter dem 2012 Mining Code und gehört B2Gold zu 80 %, während Fekola Regional unter den 2023 Mining Code fällt und nach Umsetzung der vereinbarten Beteiligungsstruktur zu 65 % B2Gold und zu 35 % dem malischen Staat gehören soll.
Die Reservebasis des Fekola Complex umfasst zum 31. März 2026 rund 47,7 Mio. Tonnen mit 1,76 g/t Gold beziehungsweise 2,70 Moz. Davon entfallen 1,83 Moz auf die bestehende Fekola Mine einschließlich Open Pit, Cardinal, FNE, Underground und Stockpiles; weitere 0,88 Moz liegen in Anaconda und Dandoko innerhalb von Fekola Regional. Besonders hochgradig sind Fekola Underground mit 3,16 g/t sowie die Dandoko-Reserven mit 3,22 g/t. Über die Reserven hinaus weist der Komplex 5,53 Moz Indicated Resources und 3,07 Moz Inferred Resources aus – wobei Ressourcen ausdrücklich nicht mit wirtschaftlich nachgewiesenen Reserven gleichzusetzen sind.
Der Untertagebau ergänzt den Tagebau mit höhergradigem Material. B2Gold plant dort Longhole-Stoping; die Reserven werden mit einer metallurgischen Ausbeute von 92 %, 8 % Verdünnung und 95 % Mining Recovery kalkuliert. Für Regional bleibt dagegen der Transport zur bestehenden Fekola-Anlage ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftlichkeit.
| Reservebereich | Moz | Grad |
|---|---|---|
| Fekola Open Pit | 1,22 | 1,80 g/t |
| Cardinal + FNE | 0,30 | 1,66 g/t* |
| Fekola Underground | 0,16 | 3,16 g/t |
| Stockpiles | 0,15 | 0,82 g/t |
| Anaconda | 0,65 | 1,73 g/t |
| Dandoko | 0,23 | 3,22 g/t |
Die Verarbeitung selbst ist konventionell und technisch erprobt: Primärbrecher, SAG-Mühle mit Pebble Crushing, sekundäre Kugelmühle, Eindickung, Leaching und Carbon-in-Pulp, anschließend Elution, Electrowinning und Doré-Produktion. Die zuletzt berichteten Quartale zeigen metallurgische Recoveries von rund 91–92 %. Genau diese vorhandene, eingespielte Mühle ist der strategische Kern des regionalen Hub-Modells: Zusätzliche Lagerstätten müssen keine eigene vollständige Prozessanlage finanzieren, sondern können – bei ausreichender Wirtschaftlichkeit von Abbau und Transport – vorhandene Kapazität nutzen.
Fekola erzeugt seine Energie aus einer Kombination von Schweröl, Diesel sowie Solar- und Batteriesystemen. Die 30-MWac-Solaranlage ging 2021 in Betrieb; nach der Erweiterung und vollständigen Integration im März 2025 deckt sie nach Angaben von B2Gold saisonabhängig etwa 28–30 % des jährlichen Strombedarfs. Das reduziert Brennstoffverbrauch und die Abhängigkeit von rein thermischer Eigenerzeugung, beseitigt die logistischen Herausforderungen eines abgelegenen Minenstandorts jedoch nicht.
Auch sozial ist Fekola für Mali bedeutend. B2Gold beziffert seine Investitionen im Land seit 2014 auf mehr als 2 Mrd. USD und beschäftigt mehr als 3.300 Menschen, davon rund 98 % malische Staatsangehörige. Für die langfristige Bewertung bleiben neben Arbeitsplätzen und lokalen Investitionen auch Landnutzung, Beziehungen zu umliegenden Gemeinden, Wasser- und Tailingsmanagement sowie Rekultivierung zentrale operative Themen. Gerade bei einer Laufzeit bis in die späten 2030er Jahre ist die gesellschaftliche Akzeptanz des Komplexes kein Nebenaspekt.
Fekola Regional liegt rund 20 Kilometer nördlich der bestehenden Mine und umfasst Menankoto sowie Dandoko. Das Gebiet bringt nicht nur zusätzliche Ressourcen, sondern bereits 0,88 Moz Probable Reserves in den erweiterten Komplex ein. Der entscheidende Schritt erfolgte am 7. August 2026 mit der Erteilung der Menankoto Exploitation Permit. Damit endete eine lange Verzögerung, die 2025 und im ersten Halbjahr 2026 den geplanten Regional-Abbau verhindert hatte.
Ökonomisch muss Regional trotzdem getrennt von der bestehenden Mine betrachtet werden. Es fällt unter den 2023 Mining Code und die vereinbarte Struktur sieht künftig 65 % für B2Gold und 35 % für den Staat Mali vor. Zusätzlich unterscheiden sich Abgaben und Steuern vom historischen Fekola-Regime. Die vorhandene Mühle schafft einen klaren Infrastrukturvorteil; auf Aktionärsebene kommt von einer Regional-Unze aber weniger an als von einer wirtschaftlich vergleichbaren Unze in einem vollständig kontrollierten Asset.
Die bestehende Fekola Mine bleibt grundsätzlich unter dem 2012 Mining Code, wurde durch die Vereinbarungen mit Mali aber um zusätzliche Belastungen ergänzt. Fekola Regional fällt dagegen unter den 2023 Mining Code und trägt eine höhere staatliche Beteiligung sowie ein anderes Steuer- und Abgabensystem. Diese Unterschiede sind für die Bewertung wesentlich: Ein gemeinsamer „Fekola-Multiplikator“ würde die tatsächlich B2Gold zurechenbaren Cashflows verzerren.
Im DCF behandeln wir Fekola Mine und Fekola Regional deshalb separat und verwenden zusätzlich höhere Diskontsätze von 8 % für Fekola Mine beziehungsweise 9 % für Fekola Regional. Die Detailannahmen zu Royalties, Mining Funds, Income Tax und weiteren fiskalischen Belastungen werden im Bewertungsmodell explizit abgebildet.
Die hohe 2026-AISC wird nicht einfach in die Folgejahre fortgeschrieben. Das Jahr enthält außergewöhnlich hohe Sustaining- und Entwicklungsaufwendungen, darunter Deferred Stripping und Underground Development. Für die längerfristige Bewertung orientiert sich das Modell deshalb stärker an den veröffentlichten Life-of-Mine-Tonnenkosten und am noch verbleibenden Kapitalbedarf. Das verhindert, dass ein investitionsintensives Übergangsjahr die gesamte Restlaufzeit künstlich verteuert.
Fekola ist damit weder nur eine alternde Tagebaumine noch einfach eine Regional-Wachstumsstory. Der Wert liegt in der Kombination aus bestehender Infrastruktur, einer weiterhin großen Reserve- und Ressourcenbasis, höhergradigem Underground-Feed und mehreren regionalen Erzquellen. Dem stehen ein anspruchsvolleres Fiskalregime, politische Genehmigungsrisiken und die geringere B2Gold-Beteiligung an Regional gegenüber. Genau diese Mischung macht Fekola zum wichtigsten – und zugleich komplexesten – Asset der B2Gold-Bewertung.
Goose Mine · Back River Gold District
Goose liegt im Back River Gold District in Nunavut, rund 520 Kilometer nordöstlich von Yellowknife. B2Gold übernahm das Projekt 2023 mit Sabina Gold & Silver, stellte den Bau 2025 fertig und goss Ende Juni 2025 erstmals Gold; seit dem 2. Oktober 2025 läuft Goose kommerziell. Für B2Gold ist die Mine mehr als ein Ersatz für reifere Assets: Sie ist das neue kanadische Kernasset und zugleich die Verarbeitungsbasis eines bislang nur teilweise erschlossenen, hochgradigen Goldbezirks.
Die Qualität von Goose beginnt bei den Erzgehalten. Die aktuellen Probable Reserves umfassen 10,9 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 6,79 g/t Gold. Umwelt Open Pit liegt bei 7,91 g/t, Llama Open Pit bei 6,39 g/t und die Umwelt-Untertage-Reserve bei 8,26 g/t. Die Ressourcenbasis reicht deutlich darüber hinaus: Auf dem Goose Claims Group liegen 3,79 Moz Indicated Resources bei 7,40 g/t und 2,28 Moz Inferred Resources bei 7,63 g/t, jeweils einschließlich der in Reserven überführten Ressourcen. Besonders auffällig sind hochgradige Underground-Ressourcen bei Umwelt und Llama sowie Nuvuyak – ein wesentlicher Grund, warum Goose nicht nur als heutige Mine, sondern als Ausgangspunkt für eine wesentlich längere District-Story betrachtet werden kann.
Die Kehrseite ist die Lage. Goose besitzt keine ganzjährige Straßenanbindung. Schweres Gerät, Material und Brennstoff werden während der eisfreien Monate per Sealift zur Marine Laydown Area am Bathurst Inlet gebracht und anschließend über eine jährlich neu errichtete, rund 163 Kilometer lange Winter Ice Road zur Mine transportiert. Damit sind Logistik, Lagerhaltung, Wetter und rechtzeitige Beschaffung unmittelbare Bestandteile der Minenökonomie – und nicht bloß Randthemen.
Goose kombiniert mehrere hochgradige Lagerstätten mit Tagebau und Untertagebau. Die Reservebasis besteht aus Umwelt, Llama und Goose Main sowie Stockpiles. Rund 1,34 Moz liegen in den Open Pits; weitere 0,98 Moz entfallen auf Umwelt Underground. Für den Untertagebau ist Longhole Stoping vorgesehen. Die Reserveannahmen basieren auf 92,5 % metallurgischer Recovery; für Underground gilt ein Cut-off von 4,64 g/t.
Für die längerfristige Perspektive ist entscheidend, dass die heutigen Reserven nur einen Teil der geologischen Basis darstellen. Allein die Indicated Underground Resource von Umwelt umfasst 1,53 Moz bei 11,65 g/t. Llama Underground weist 0,18 Moz Indicated bei 15,45 g/t und weitere 0,63 Moz Inferred bei 11,13 g/t aus. Nuvuyak enthält bislang 0,70 Moz Inferred bei 8,26 g/t. Ressourcen sind keine Reserven und besitzen keine nachgewiesene Wirtschaftlichkeit – die hohen Gehalte zeigen aber, warum zusätzliche Bohrungen für den NAV erheblich sein können.
| Bereich | Moz | Grad |
|---|---|---|
| Umwelt Open Pit | 0,58 | 7,91 g/t |
| Llama Open Pit | 0,29 | 6,39 g/t |
| Goose Main Open Pit | 0,47 | 4,79 g/t |
| Umwelt Underground | 0,98 | 8,26 g/t |
| Stockpiles | 0,05 | 3,71 g/t |
Die Prozessanlage ist für nominell 4.000 Tonnen pro Tag und einen geplanten durchschnittlichen Feed-Grad von etwa 6 g/t ausgelegt. Das Flowsheet ist konventionell: Crushing, Grinding, Gravity Concentration, Leaching, Carbon Adsorption, Cyanide Destruction, Elution und Regeneration, Gold Refining sowie Tailings Thickening und Disposal. Im ersten Quartal 2026 verarbeitete Goose Erz mit 7,92 g/t und erreichte 93,5 % Recovery – die Metallurgie ist damit bislang nicht das zentrale Problem.
Der Engpass war vielmehr die Zerkleinerung und damit die Verfügbarkeit von ausreichend Crushed Ore. Schon 2025 blieb die Crushing Capacity hinter den Erwartungen zurück. Am 16. April 2026 kam zusätzlich ein Feuer in Teilen des Crushing Circuit hinzu; verletzt wurde niemand, Mühle und Kraftwerk blieben unbeschädigt. B2Gold nutzt die Reparatur gleichzeitig für einen größeren Umbau mit Run-of-Mine Bin, Apron Feeder, größerem Jaw Crusher und Rock Breaker. Phase 1 soll bis Ende Q3 2026 rund 3.200 t/d ermöglichen, Phase 2 im ersten Halbjahr 2027 die 4.000-t/d-Kapazität herstellen.
Die jährliche Versorgung beginnt am Meer. Während des offenen Wassers – typischerweise von August bis Oktober – werden Güter und Treibstoff per Schiff zur Marine Laydown Area am Bathurst Inlet gebracht. Dort werden sie für den nächsten Winter gelagert. Sobald die Bedingungen es erlauben, wird die Winter Ice Road aufgebaut; das Transportfenster zur Mine liegt im Allgemeinen zwischen Februar und Mai. 2025 wurden über diese Route mehr als 4.000 Ladungen und rund 80 Mio. Liter Treibstoff zur Mine gebracht.
Diese Logistik erklärt einen Teil der hohen Standortkosten und des Kapitalbedarfs. B2Gold musste nach der Übernahme unter anderem zusätzliche Infrastruktur errichten, Ausrüstung ersetzen und die Versorgung neu organisieren. Bei der 2024 vorgenommenen Kostenrevision wurden rund C$70 Mio. des Anstiegs allein höheren Logistikkosten zugeschrieben. Gleichzeitig schafft die fertiggestellte Infrastruktur heute eine Eintrittsbarriere: Neue Ressourcen im Back River District können perspektivisch von einem System profitieren, dessen Camp, Mühle, Energieversorgung, Marine-Staging und Transportkette bereits aufgebaut sind.
B2Gold bezeichnet die Zusammenarbeit mit der Kitikmeot Inuit Association (KIA) ausdrücklich als zentral für die „licence to operate“ im Back River Gold District. Die Entwicklung soll Inuit-Prioritäten berücksichtigen, Bedenken adressieren und langfristige sozioökonomische Vorteile für die Kitikmeot-Region schaffen. Das ist bei einem abgelegenen arktischen Projekt nicht nur ein ESG-Thema: Arbeitskräfte, lokale Beziehungen, Umweltmanagement und die Akzeptanz weiterer Exploration beeinflussen unmittelbar, wie weit sich der District über Goose hinaus entwickeln lässt.
Für 2026 erwartet B2Gold 170–230 koz Produktion bei Cash Costs von 1.610–1.810 $/oz und AISC von 2.670–2.970 $/oz. Diese Werte sehen für ein hochgradiges kanadisches Asset zunächst enttäuschend aus, enthalten aber einen unvollständigen Ramp-up, niedrige Durchsätze, hohe Sustaining- und Underground-Development-Ausgaben sowie die Optimierung des Crushing Circuit. Rund 65 % der Jahresproduktion werden erst für das zweite Halbjahr erwartet.
Deshalb verwenden wir 2026 nicht als dauerhaften Kostenanker. Sobald die Zerkleinerung 4.000 t/d erreicht und Goose ein volles Jahr im Steady State arbeitet, erwartet B2Gold eine Produktion von mehr als 300 koz pro Jahr. Für unsere Bewertung bleibt ein Diskontsatz von 6 % angemessen: Kanada reduziert das politische Risiko gegenüber Mali erheblich, während die arktische Logistik, die kurze operative Historie und die noch nicht vollständig bewiesene Steady-State-Performance einen risikofreien Ansatz klar ausschließen.
Der Back River Gold District umfasst einen rund 80 Kilometer langen Gürtel mit zahlreichen Projektgebieten. B2Gold weist aktuell für 2026 insgesamt 51 Mio. USD Exploration im District aus, davon 29 Mio. USD direkt bei Goose und 22 Mio. USD für regionale Ziele. Im Fokus stehen unter anderem Llama, Nuvuyak, Mammoth, Hook und Wing sowie die regionalen Projekte George, Boot, Boulder, Del und Needle.
Zusätzlich untersucht B2Gold weitere Durchsatzsteigerungen. Ein möglicher SAG Mill-Ausbau in Kombination mit der bestehenden Ball Mill könnte die Verarbeitung perspektivisch auf bis zu 6.000 t/d erhöhen. Dieser Schritt ist keine Grundlage unseres Base Case. Er zeigt aber, warum zusätzliche Reservenkonversion und District-Erfolge einen überproportionalen Wert besitzen könnten: Je mehr hochgradiges Erz durch bereits vorhandene Infrastruktur läuft, desto stärker verteilt sich der hohe arktische Fixkostenblock.
Goose ist deshalb für B2Gold gleichzeitig Qualitätsasset und Ausführungsprüfung. Die Geologie ist außergewöhnlich attraktiv, die Jurisdiktion hochwertig und die District-Optionalität erheblich. Aber erst wenn Crushing, Durchsatz, Underground-Ramp-up und arktische Lieferkette über mehrere Quartale stabil zusammenspielen, wird sichtbar, welche nachhaltigen Margen das Asset tatsächlich liefern kann. Gelingt dieser Übergang, dürfte Goose weit mehr sein als eine 300-koz-Mine: Es könnte zum Infrastrukturzentrum eines langfristigen kanadischen Goldbezirks werden.
Masbate Gold Project · Aroroy
Masbate liegt im Norden der philippinischen Insel Masbate, rund 360 Kilometer südöstlich von Manila. B2Gold kam 2013 über die Übernahme von CGA Mining zu dem bereits produzierenden Asset. Heute ist Masbate eine große, konventionelle Tagebaumine mit etablierter CIP-Anlage – und ein gutes Beispiel dafür, warum das Ende des aktiven Abbaus nicht mit dem Ende des Cashflows gleichzusetzen ist.
Masbate besitzt eine ungewöhnlich lange Bergbaugeschichte. Bereits Atlas Consolidated Mining betrieb das Gebiet zwischen 1980 und 1994. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde das moderne Masbate Gold Project von Filminera und PGPRC entwickelt; B2Gold übernahm CGA Mining Anfang 2013. Für B2Gold wurde Masbate anschließend über viele Jahre zu einem verlässlichen Produzenten – weniger spektakulär als Fekola oder Goose, aber mit beständiger Produktion und vergleichsweise niedrigen Kosten.
Der heutige Mine Plan ist zweigeteilt: aktiver Tagebau soll 2028 enden, die Verarbeitung wirtschaftlicher Erzhalden aber bis 2034 weiterlaufen. Das ist für die Bewertung zentral. Ein großer Teil der 1,46 Moz Probable Reserves steckt bereits in Stockpiles: rund 0,74 Moz beziehungsweise gut die Hälfte der Reserveunzen. Masbate wandelt sich damit schrittweise von einer klassischen Mine zu einem Verarbeitungs- und Stockpile-Cashflow-Asset.
Masbate ist kein High-Grade-Asset. Die Probable Reserves umfassen 62,9 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 0,72 g/t. Die verbleibenden Pit-Reserven liegen im North- und South-Bereich, hinzu kommen 39,0 Mio. Tonnen Stockpiles mit 0,59 g/t. Die Wirtschaftlichkeit entsteht daher aus Skalierung, langjährig etablierter Infrastruktur und der Fähigkeit, große Tonnagen kosteneffizient zu verarbeiten.
Die Anlage arbeitet mit einem konventionellen CIP-Flowsheet: Primary Crushing, SAG-/Ball-Milling mit Pebble Crushing, Leaching, Carbon Adsorption, Elution, Electrowinning und Smelting; vor der Ablagerung wird das Tailings-Material einer Cyanid-Detoxifikation unterzogen. Für 2026 plant B2Gold 8,2 Mio. Tonnen Feed bei 0,93 g/t und rund 74,9 % Recovery.
| Reservebereich | Moz | Grad |
|---|---|---|
| North | 0,17 | 0,79 g/t |
| South | 0,56 | 1,00 g/t |
| Stockpiles | 0,74 | 0,59 g/t |
Masbate besitzt eine ungewöhnliche rechtliche Struktur, die bei einer oberflächlichen NAV-Rechnung leicht missverstanden werden kann. Die Mining Permits werden von Filminera gehalten; B2Gold besitzt indirekt 40 % dieser Gesellschaft, während 60 % bei Zoom Mineral Holdings liegen. Gleichzeitig besitzt B2Gold über PGPRC die Prozessgesellschaft vollständig. PGPRC hat vertraglich das Recht, das gesamte von Filminera geförderte Erz zu kaufen. Deshalb lässt sich Masbate nicht sinnvoll behandeln, indem man schlicht 40 % auf die gesamte Mine anwendet – die ökonomischen Zahlungsströme müssen entsprechend der tatsächlichen Struktur modelliert werden.
Die Mine versorgt sich überwiegend über ein eigenes Heavy-Fuel-Oil-/Diesel-Kraftwerk mit sieben Generatoren. Ergänzt wird es durch 1,3 MW Rooftop Solar und eine 8,2-MW-Solaranlage; eine weitere 8,2-MW-Erweiterung ist für die zweite Hälfte 2026 vorgesehen und befindet sich im Genehmigungsprozess. Für ein energieintensives Low-Grade-Asset ist der Strommix ökonomisch relevant.
Masbate zählt zu den bedeutenden Goldminen der Philippinen und beschäftigt nach B2Gold-Angaben knapp 2.000 Menschen. Lokale Beschäftigung, Community Development, Wasser- und Tailingsmanagement sowie die spätere Stilllegung und Rekultivierung bleiben damit wesentliche Teile des Asset-Profils.
Die aktualisierte 2026-Guidance liegt bei 180–200 koz; die AISC-Guidance bleibt bei 1.430–1.580 $/oz. Für den DCF ist entscheidend, den fallenden Mining-Anteil und die spätere Stockpile-Phase korrekt abzubilden, anstatt 2026 Produktion und Kosten linear bis 2034 fortzuschreiben.
Masbate ist damit kein Asset, auf das B2Golds nächste Wachstumsphase gebaut wird. Aber eine bestehende Anlage, 1,46 Moz Reserven und ein Processing-Plan bis 2034 können noch über Jahre erheblichen freien Cashflow liefern. Gerade weil der Markt reife Minen häufig früh abschreibt, lohnt sich hier eine saubere Modellierung der letzten Unze.
Otjikoto · Wolfshag · Antelope
Otjikoto liegt rund 300 Kilometer nördlich von Windhoek und ist Namibias größter Goldproduzent. B2Gold erwarb das Projekt 2011 mit Auryx Gold, begann 2013 mit dem Bau und goss im Dezember 2014 – nach rund 20 Monaten und früher als geplant – erstmals Gold. Der ursprüngliche Tagebau ist inzwischen beendet. Damit beginnt die interessantere zweite Hälfte der Geschichte: Wolfshag Underground, große niedriggradige Stockpiles und Antelope sollen die vorhandene Anlage bis in die 2030er Jahre weiter auslasten.
2025 markierte einen Wendepunkt: Nach mehr als einem Jahrzehnt endete der Open-Pit-Abbau im dritten Quartal. Die Mühle verschwindet damit aber nicht. Wolfshag Underground soll zunächst höhergradiges Erz liefern, während große Low-Grade-Stockpiles die Anlage perspektivisch bis 2032 beschäftigen können. Genau in diese freie Infrastruktur hinein entwickelt B2Gold nun Antelope – ein Brownfield-Projekt nur rund drei Kilometer südlich des früheren Otjikoto-Tagebaus.
Die aktuell ausgewiesenen Probable Reserves des bestehenden Otjikoto-Betriebs sind mit rund 90 koz klein geworden und bestehen im Wesentlichen aus Wolfshag Underground und ROM-Stockpiles. Die Ressourcenbasis ist größer: 0,91 Moz Indicated und 0,95 Moz Inferred. Für die Zukunft ist daher weniger die heutige Reservezahl entscheidend als die Frage, welche Teile dieser Ressourcen wirtschaftlich in die vorhandene Mühle überführt werden können.
Wolfshag Underground soll nach heutigem Plan bis 2027 fördern. Die verbleibende Reserve beträgt rund 80 koz bei 2,67 g/t, während die Indicated Resource bei etwa 130 koz und 5,19 g/t liegt. Parallel dazu besitzt Otjikoto große Low-Grade-Stockpiles: Die Indicated Resource umfasst rund 23,45 Mio. Tonnen mit 0,42 g/t beziehungsweise 0,31 Moz. Diese Halden sind kein spektakuläres Erz, können aber eine bereits gebaute und sehr effiziente Anlage weiter beschäftigen.
Die Metallurgie ist ein klarer Vorteil. Otjikoto erreicht typischerweise Recoveries um 98 %. Für 2026 plant B2Gold einen Feed-Mix aus Wolfshag Underground und bestehenden Low-Grade-Stockpiles; nach der aktualisierten Guidance werden 80–100 koz erwartet. Die höheren AISC von 1.830–1.980 $/oz spiegeln damit auch die Übergangsphase nach Ende des Tagebaus wider.
Antelope ist der zentrale Brownfield-Katalysator. B2Gold traf im September 2025 die Entwicklungsentscheidung für den Untertagebau. Die PEA sieht eine anfängliche Laufzeit von fünf Jahren, rund 327 koz Gesamtproduktion, durchschnittlich etwa 65 koz pro Jahr, 5,75 g/t Feed-Grade und 95 % Recovery vor. Zusammen mit den vorhandenen Stockpiles könnte Otjikoto damit von 2029 bis 2032 wieder rund 110 koz jährlich produzieren.
Die PEA setzte ursprünglich 129 Mio. USD Pre-Production Capex an; nach weiterer Optimierung und der Entwicklungsentscheidung im September 2025 reduzierte B2Gold die aktuelle Schätzung auf rund 105 Mio. USD. Die Projektkennzahlen bleiben dennoch mit Vorsicht zu lesen: Die PEA ist vorläufig und basiert wesentlich auf Inferred Resources. B2Gold muss Geologie, Geotechnik, Hydrogeologie und Metallurgie weiter bestätigen und die notwendigen Genehmigungen sichern. Der ökonomische Charme liegt dennoch auf der Hand: Antelope muss keine neue große Prozessanlage finanzieren, sondern kann bestehende Otjikoto-Infrastruktur nutzen.
B2Gold budgetiert 2026 rund 6,1 Mio. USD für Exploration bei Otjikoto, mit Schwerpunkt auf Antelope und etwa 15.100 Metern geplanter Bohrung. Ziel ist nicht nur die bessere Definition des bekannten Deposits: Zusätzliche hochgradige Zonen könnten den heute fünfjährigen Antelope-Plan verlängern und die vorhandene Infrastruktur über 2032 hinaus nutzen. Auch bei Wolfshag weisen Explorationsergebnisse auf Potenzial für eine Verlängerung des Underground-Abbaus über 2027 hin.
B2Gold hält 90 % an Otjikoto; 10 % liegen bei der namibischen Empowerment-Gesellschaft EVI. Im Vergleich zu Mali ist das politische und fiskalische Risiko für unsere Bewertung deutlich niedriger. Gleichzeitig ist Otjikoto kein Greenfield-Projekt mehr: Mühle, Energieversorgung, Tailings-Infrastruktur, Camp und eingespielte Belegschaft existieren bereits.
Für Minenwerte ist Otjikoto deshalb weniger eine klassische „Restlaufzeit-Mine“ als eine Infrastrukturplattform mit Brownfield-Optionalität. Der Base Case muss die sinkende Produktion aus Wolfshag und Stockpiles nüchtern abbilden. Antelope darf erst entsprechend seines Entwicklungsstands gewichtet werden. Gelingt die Umsetzung, kann aber gerade ein relativ kleines Deposit einen großen Teil der sonst ungenutzten Anlagenkapazität monetarisieren.
Gramalote · Antioquia
Gramalote liegt in Antioquia in Zentralkolumbien, rund 230 Kilometer nordwestlich von Bogotá und etwa 100 Kilometer nordöstlich von Medellín. Das Projekt ist technisch weit fortgeschritten und besitzt bereits eine lange Planungs- und Genehmigungshistorie. Dennoch ist Gramalote heute ausdrücklich ein Entwicklungsprojekt: Die für das frühere größere Minenkonzept bestehenden Genehmigungen müssen an B2Golds neu dimensioniertes Projekt angepasst werden, bevor eine endgültige Bauentscheidung sinnvoll ist.
Die heutige Gramalote-Story beginnt mit einem gescheiterten größeren Konzept. B2Gold und AngloGold Ashanti planten das Projekt lange als 50/50-Joint-Venture. Die 2022 untersuchte großskalige Variante erreichte jedoch nicht die Renditeanforderungen beider Partner. Statt das Asset aufzugeben, übernahm B2Gold im Oktober 2023 AngloGolds verbleibende 50 % und analysierte das Projekt vollständig neu.
Das Ergebnis war ein kleineres, kapitalärmeres Konzept, das sich stärker auf den höhergradigen Kern der Lagerstätte konzentriert. Auf die positive PEA von 2024 folgte im Juli 2025 eine Feasibility Study. Genau diese Entwicklung ist für die Investmentthese wichtig: Gramalote ist kein Projekt, das einfach auf einen höheren Goldpreis wartet. B2Gold hat Größe, Anlagenstandort, Stromversorgung, Mining- und Processing-Konzept, Tailings, Umsiedlung und Bauabfolge neu optimiert, um die Kapitalrendite strukturell zu verbessern.
Die FS sieht einen konventionellen Open Pit mit einer anfänglichen Minenlaufzeit von elf Jahren und einer Processing Life von 13 Jahren vor. Die Anlage soll 6,0 Mio. Tonnen pro Jahr verarbeiten. In den ersten fünf Produktionsjahren liegt der durchschnittliche Feed-Grad bei 1,23 g/t und die Goldproduktion bei rund 227 koz pro Jahr; über die gesamte Projektlaufzeit sind es durchschnittlich 177 koz bei 0,96 g/t.
Metallurgisch ist das Projekt vergleichsweise unkompliziert. Das geplante Flowsheet kombiniert konventionelles Milling, Flotation und Cyanide Leaching des Flotationskonzentrats. Umfangreiche Testarbeiten zeigen laut B2Gold eine durchschnittliche Gold-Recovery von 95,7 % – und dies bei relativ grobem Mahlgrad. Insgesamt sollen rund 2,3 Moz Gold produziert werden.
| FS-Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Processing Rate | 6,0 Mtpa |
| Ø Produktion Jahre 1–5 | 227 koz/a |
| Ø Produktion LOP | 177 koz/a |
| Recovery | 95,7 % |
| LOP AISC | 985 $/oz |
| Pre-Production Capex | 740 Mio. $ |
Bei dem in der FS zusätzlich gezeigten Goldpreis von 3.300 $/oz steigt der After-Tax-NPV5 auf 1,716 Mrd. $ und die IRR auf 33,5 %. Für unsere Bewertung ist jedoch ein Detail entscheidend: Die von B2Gold veröffentlichten NPV-Werte werden zum Beginn der Bauausgaben berechnet – nicht zum heutigen Bewertungsstichtag. Ein zukünftiger Gramalote-NAV muss deshalb zusätzlich bis heute abgezinst werden.
Gramalote startet nicht bei null. Für das frühere großskalige Projekt bestehen bereits Mine Plan und Environmental Permits. B2Golds neues mittelgroßes Konzept verändert jedoch unter anderem die Lage von Prozessanlage und Infrastruktur. Deshalb sind ein Modified Work Plan und eine Modified Environmental Impact Study erforderlich. Der Work Plan wurde im Dezember 2025 eingereicht, die geänderte Umweltstudie im März 2026. Beide Einreichungen wurden zur Bearbeitung angenommen; B2Gold erwartet für den Änderungsprozess ungefähr zwölf Monate.
Das macht einen Genehmigungsfortschritt im Laufe von 2027 plausibel, aber nicht garantiert. Außerdem folgt auf die Genehmigung noch die eigentliche Investitionsentscheidung. B2Gold hatte zuvor eine mögliche Construction Decision für Ende 2026 oder Anfang 2027 genannt. Für Minenwerte behandeln wir Gramalote deshalb weiterhin als Entwicklungsprojekt in der Genehmigungs- und De-Risking-Phase – nicht als bereits beschlossene zukünftige Mine.
B2Gold budgetiert für Gramalote 2026 insgesamt 61 Mio. USD, obwohl noch keine Bauentscheidung gefallen ist. Davon sollen rund 35 Mio. USD in Umsiedlungsprogramme, Koexistenzprogramme für Kleinbergbau, Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltprojekte sowie soziale Programme mit Regierung und lokalen Gemeinden fließen. Ein wesentlicher Teil der geplanten Umsiedlungen soll bis Ende 2026 vorangebracht werden.
Diese Ausgaben sind keine Nebensache. Gramalote liegt in einer besiedelten und bergbaulich bereits genutzten Region. Resettlement, Landzugang und die Koexistenz mit lokalen beziehungsweise kleinen Bergbaubetrieben sind Voraussetzungen dafür, dass eine technisch genehmigte Mine später auch tatsächlich gebaut und störungsfrei betrieben werden kann. Für den NAV bedeutet das: Eine starke FS reduziert das technische Risiko, beseitigt aber Genehmigungs-, Sozial- und Ausführungsrisiken nicht.
Gramalote gehört B2Gold vollständig und die FS zeigt selbst bei 2.500 $ Gold attraktive Renditen. Trotzdem verwenden wir im Base NAV zunächst nur 70 % des von uns ermittelten technischen Projektwerts. Der Abschlag berücksichtigt, dass die Permit-Modifikationen noch nicht abgeschlossen sind, die endgültige Bauentscheidung aussteht, rund 740 Mio. $ Pre-Production Capital finanziert und ausgegeben werden müssen und der operative Cashflow erst Jahre später beginnt.
Zusätzlich diskontieren wir Gramalote in unserem Asset-DCF mit 7 %. Da die veröffentlichte FS ihren NPV zum Beginn der Bauausgaben ausweist, wird der daraus abgeleitete technische NPV zusätzlich auf unseren Bewertungsstichtag 21.08.2026 zurückdiskontiert. Für diesen Zeitversatz setzen wir konservativ ein volles Jahr mit 7 % an. Hintergrund: Die geänderte Umweltstudie wurde im März 2026 eingereicht und B2Gold erwartet für das Änderungsverfahren ungefähr zwölf Monate; eine endgültige Bauentscheidung steht weiterhin aus. Für den Produktionsstart verwenden wir derzeit 2029/2030 als Modellfenster. Das ist bewusst keine Prognose des Unternehmens: Es ergibt sich aus dem erwarteten Genehmigungszeitraum und einer groben Annahme von etwa drei Jahren für Bau, Commissioning und Ramp-up. Jede Verzögerung verschiebt Cashflows nach hinten und reduziert ihren heutigen Wert; eine erteilte Genehmigung und verbindliche Bauentscheidung würden umgekehrt einen wesentlichen Teil unseres Risikoabschlags beseitigen.
Gramalote ist damit eine echte Option auf eine fünfte große Produktionsquelle – aber noch keine fünfte Mine. Das Projekt verbindet niedrige geplante Betriebskosten, hohe Recovery, vollständiges B2Gold-Eigentum und eine bereits weit fortgeschrittene technische Basis. Gerade weil die Wirtschaftlichkeit stark aussieht, ist die Versuchung groß, den gesamten FS-NPV sofort dem Konzernwert zuzuschlagen. Unsere Bewertung bleibt vorsichtiger: Erst Genehmigungen, Bauentscheidung und ein belastbarer Zeitplan verwandeln den theoretischen Projektwert Schritt für Schritt in heutigen Aktionärswert.
Sum of the Parts
Die Bewertung folgt einem Sum-of-the-Parts-Ansatz und dem einheitlichen Minenwerte-Bewertungsstandard. Produzierende Reserven, genehmigte Erweiterungen, Entwicklungsprojekte und zusätzliche Ressourcen werden bewusst unterschiedlich behandelt. Zuerst wird der wirtschaftliche Wert jedes Assets ermittelt; anschließend werden Projektstatus, Ownership, Fiskalregime, Zeitwert und Resource-Conversion berücksichtigt. So entsteht ein NAV, der nicht möglichst hoch, sondern über verschiedene Unternehmen hinweg möglichst konsistent und nachvollziehbar sein soll.
Einheitliches Bewertungsgerüst zur Ermittlung der Nettovermögenswerte (NAV) auf minenwerte.de.
Belastbare Produktion auf Reservebasis wird vollständig per Asset-DCF bewertet.
Konkrete Erweiterungen mit belastbarem Produktionsplan erhalten 95–100 % des DCF. Ein kleiner Abschlag bleibt, wenn Bau- und Ramp-up-Risiko noch bestehen.
Eigener Projekt-DCF mit individuellem Abschlag für Genehmigungs-, Bau-, Finanzierungs-, geologisches und Ausführungsrisiko.
Definierte Ressourcen außerhalb des belastbaren Produktionsplans erhalten nur einen konservativen Optionalitätswert.
Im Base-NAV mit 0 bewertet. Der mögliche Wert bleibt zusätzliche Upside.
Die Prozentwerte sind Bewertungsfaktoren, keine Eintritts- oder Conversion-Wahrscheinlichkeiten. Bei Projekten bilden sie insbesondere Genehmigungs-, Bau-, Finanzierungs- und Ausführungsrisiken ab. Bei M&I-Ressourcen berücksichtigen sie Conversion-Risiko, zeitliche Verschiebung, zusätzlichen Capex und fehlende Detailplanung.
Transparenz & Vergleichbarkeit: Jede Bewertung auf minenwerte.de folgt diesem Standard. Abweichungen werden im jeweiligen Kapitel begründet und offengelegt.
2026–2031 · Übergangsphase
Spätere Produktion ist aufgrund der Abzinsung heute weniger wert. Deshalb versuchen wir, den Produktionspfad möglichst genau zu rekonstruieren. Wo B2Gold konkrete Jahreswerte veröffentlicht, werden diese übernommen; andere Werte sind als Minenwerte-Modellannahmen zu verstehen.
Masbate 2026–2031 folgt dem offiziellen Technical Report. Bei Fekola, Regional, Goose und Otjikoto sind Teile des langfristigen Profils noch Modellannahmen und werden im nächsten Modellstand weiter verfeinert. Gramalote wird bis zur belastbaren Festlegung des Bau- und Startzeitpunkts bewusst separat behandelt.
DCF-Annahmen · normalisierte Kosten
Die Konzern-AISC 2026 sind für den kurzfristigen Cashflow wichtig, aber als langfristige DCF-Kostenbasis ungeeignet. B2Gold befindet sich gleichzeitig im Goose-Ramp-up, in einer investitionsintensiven Fekola-Phase und im Übergang reifer Assets. Deshalb modellieren wir die Kosten Asset für Asset und orientieren uns dort, wo es belastbar möglich ist, an normalisierten Steady-State- beziehungsweise Life-of-Mine-Kosten.
Die hohe 2026-AISC enthält außergewöhnliche Sustaining- und Entwicklungsaufwendungen, darunter Deferred Stripping und Underground Development. Für den DCF verwenden wir deshalb die veröffentlichte Life-of-Mine-Kostenstruktur, verbleibenden Capex und den goldpreisabhängigen Mali-Fiskalstack – nicht die 2026-AISC als ewigen Kostenanker.
2026 enthält noch den unvollständigen Hochlauf, niedrige Durchsätze sowie hohe Sustaining- und Underground-Development-Ausgaben. Für die längerfristige Bewertung ist die veröffentlichte Steady-State-Phase wesentlich aussagekräftiger: für 2027–2031 rund 1.129 $/oz Cash Costs und 1.363 $/oz AISC.
Masbate wird entlang des offiziellen Produktions- und Kostenprofils modelliert. Entscheidend ist die Verschiebung vom aktiven Mining in Richtung Stockpile-Verarbeitung; eine lineare Fortschreibung der 2026-AISC bis zum Ende des Processing-Plans würde die Ökonomie verzerren.
Nach dem Ende des Tagebaus stammt der Feed zunehmend aus Wolfshag Underground und Low-Grade-Stockpiles. Die 2026-AISC spiegeln diese Übergangsphase wider. Der DCF folgt deshalb dem verbleibenden Produktionsprofil statt einer pauschalen Konzernkostenannahme.
2026 ist bei B2Gold ein Sonderjahr. Hohe aktuelle AISC bedeuten nicht automatisch, dass die langfristige Ertragskraft des Portfolios dauerhaft auf diesem Kostenniveau liegt. Umgekehrt setzen wir nicht einfach historische Tiefstkosten an. Entscheidend sind je Asset der sichtbare Produktionspfad, Sustaining- und Growth-Capex, Royalties, Steuern und – insbesondere in Mali – die goldpreisabhängige fiskalische Belastung. Erst aus dieser Kombination entsteht der Free Cashflow für den Asset-DCF.
A: Fekola Mine, Goose und Masbate sowie der reservengestützte Wolfshag-Anteil von Otjikoto werden mit 100 % ihres Asset-DCF bewertet. B: Fekola Regional erhält wegen des bereits genehmigten Near-Term-Ausbaus 95 % des DCF. C: Gramalote und Antelope werden als Entwicklungsprojekte separat risikogewichtet. D: zusätzliche M&I außerhalb belastbarer Minenpläne – einschließlich der nicht als Reserve klassifizierten Otjikoto-Stockpiles – erhalten nur einen reduzierten Optionalitätswert. E: Inferred, reine Exploration und George ohne ausreichend belastbare eigenständige Projektbasis bleiben im Base-NAV bei 0.
Beim NYSE-American-Schlusskurs von 5,52 USD handelt B2Gold gegenüber unserem Base-NAV von rund 7,74 USD je Aktie bei etwa 0,71× NAV. Der rechnerische Abstand bis zum Base-NAV beträgt damit rund +40 %.
Der Goldpreis lag am selben Stichtag bei rund 4.608 USD/oz und damit gut 15 % über unserer langfristigen Base-Annahme. Eine einfache Interpolation zwischen Base und Upside ergibt bei dauerhaft etwa 4.600 USD Gold einen indikativen NAV von rund 9,6 USD je Aktie. Das ist kein neuer Base Case, sondern zeigt den zusätzlichen Goldpreishebel des Portfolios.
Der NAV ist kein Kursziel, sondern der aus unseren langfristigen Annahmen abgeleitete innere Wert. Zusätzlicher Wert kann aus erfolgreicher Projektumsetzung, besserer Resource-Conversion oder operativer Outperformance entstehen; umgekehrt zeigt das 2.500-$-Szenario die Sensitivität gegenüber deutlich niedrigeren Goldpreisen.
Bereits definierte M&I außerhalb der heutigen Minenpläne werden nicht mit 100 %, sondern nur mit konservativen D-Faktoren angesetzt. Gleichzeitig werden Entwicklungsprojekte wie Gramalote und Antelope explizit geriskt und Inferred-Ressourcen mit 0 bewertet. Die Antelope-Werte oberhalb des veröffentlichten PEA-Bereichs sind eigene Minenwerte-Sensitivitätsschätzungen und keine vom Unternehmen publizierten Studien-NPVs. Die offizielle PEA weist zwischen 2.000 und 2.800 USD Gold einen nahezu linearen NPV5-Anstieg von 69 auf 193 Mio. USD aus – jeweils rund 31 Mio. USD je 200 USD höherem Goldpreis. Wir schreiben genau diese veröffentlichte Sensitivitätssteigung linear auf 2.500 / 4.000 / 5.500 USD fort und wenden anschließend 90 % B2Gold-Anteil sowie den 70-%-C-Faktor an. Daraus entstehen gerundet die ausgewiesenen ~92 / ~239 / ~385 Mio. USD.
Bei projektgebundenen D-Ressourcen verwenden wir nicht automatisch den ungekürzten NAV/oz eines produzierenden Assets: Fekola Regional erbt die bereits reduzierte B-Basis. Bei Otjikoto trennen wir den reservengestützten Wolfshag-Restplan (A) von den nur als Indicated Resource klassifizierten Low-Grade-Stockpiles (D); zusätzliche Wolfshag-M&I erhalten weiterhin einen separaten Sonderansatz. George bleibt ohne belastbare eigenständige Studie im Base-NAV bei 0.
* Netto-Finanzanpassung zum 30.06.2026: 286,6 Mio. USD Cash + 193,7 Mio. USD langfristige Investments + 134,3 Mio. USD Associates − 456,1 Mio. USD Finanzschulden − 257,3 Mio. USD Gold-Stream-Verpflichtung − 94,0 Mio. USD Gold-Derivate = rund −192,9 Mio. USD. Ein zusätzlicher pauschaler Corporate-G&A-Barwert wird nicht abgezogen, soweit die verwendeten AISC-/Projektkosten diese Kosten bereits enthalten. ** Downside: rund 1,321 Mrd. tatsächliche Aktien. Base/Upside: If-converted-Ansatz; bei Konversion wird der rund 460 Mio. USD betragende Nennwert der Wandelanleihe zum Equity Value addiert. Die initiale Conversion Rate von 315,2088 Aktien je 1.000 USD Nennwert entspricht rund 145 Mio. zusätzlichen Aktien und einer voll verwässerten Aktienbasis von rund 1,466 Mrd.
Im 4.000-USD-Base-Case ergibt sich für B2Gold in unserem Modell ein NAV von rund 7,74 USD je Aktie. Beim Schlusskurs von 5,52 USD entspricht dies einem P/NAV von etwa 0,71× und einem rechnerischen Abstand von rund 40 % bis zum Base-NAV.
Dieser Abschlag ist nicht mit einem risikofreien Projektwert zu verwechseln. Mali wird höher diskontiert als risikoärmere Jurisdiktionen; Fekola Regional erhält trotz Genehmigung einen Restabschlag, und Gramalote sowie Antelope werden wegen Genehmigungs-, Bau-, geologischen und zeitlichen Risiken nur anteilig angesetzt. Zusätzliche M&I-Ressourcen fließen ebenfalls nur stark reduziert in den NAV ein; Inferred und reine Exploration werden im Base-NAV mit 0 bewertet.
Die entscheidende Frage liegt deshalb in der Ausführung: Goose muss den Steady State erreichen, Fekola Regional die bestehende Infrastruktur wirtschaftlich verlängern und die nächste Projektgeneration muss ohne übermäßigen Capex oder erneute Zeitverschiebungen in Cashflow übersetzt werden. Gelingt das, besitzt der heutige Kurs einen substanziellen Puffer gegenüber unserem langfristigen Base Case.
Katalysatoren · Ausführung · Governance
B2Gold befindet sich in einer Phase, in der Chancen und Risiken vor allem aus dem Übergang des Portfolios entstehen. Fekola bleibt ein außergewöhnlich wichtiger Cashflow-Träger, trägt aber Mali- und Fiskalrisiko. Goose muss nach dem kostspieligen Ramp-up nun beweisen, dass die Mine den geplanten Steady State mit mehr als 300 koz Jahresproduktion und deutlich niedrigeren Kosten zuverlässig erreicht. Gleichzeitig reicht die Optionalität weit über die heutigen vier Minen hinaus: Fekola Regional, Antelope und Gramalote können bestehende beziehungsweise neue Produktionsplattformen schaffen, während der hochgradige Back River District langfristig erheblich mehr sein könnte als nur Goose.
Gerade Back River ist strategisch interessant: Mit Goose wurde erstmals teure Infrastruktur in einem abgelegenen, aber geologisch außergewöhnlich attraktiven Goldbezirk aufgebaut. Weitere bekannte hochgradige Lagerstätten und Ressourcen können langfristig zusätzliche Feedquellen oder eigenständige Satellitenentwicklungen ermöglichen. Unser Base-NAV berücksichtigt definierte Indicated-Ressourcen nur über konservative D-Ansätze. George, Inferred und reine Exploration bleiben ohne ausreichend belastbare Projektbasis vollständig außerhalb des Base-NAV.
Die zentrale Frage ist deshalb weniger, ob B2Gold weitere geologische Möglichkeiten besitzt, sondern wie zuverlässig und kapitaleffizient das Unternehmen diese in Cashflow umwandeln kann. Neben Länder-, Genehmigungs- und Ausführungsrisiken gehört deshalb auch die Qualität der Zeitplanung zu unserer Risikobetrachtung.
Gelingt der Übergang zu mehr als 300 koz Jahresproduktion bei den geplanten normalisierten Kosten, verändert sich die Cashflow-Struktur von B2Gold erheblich. Bleiben Durchsatz, Grade oder Kosten hinter dem Plan zurück, wäre einer der wichtigsten Bausteine unserer Bewertung zu optimistisch.
Mit Menankoto ist das zentrale regulatorische Hindernis beseitigt. Regional kann zusätzliche Unzen durch die bestehende Fekola-Infrastruktur führen – allerdings unter einem deutlich anspruchsvolleren fiskalischen Regime.
Goose ist der erste entwickelte Teil eines größeren hochgradigen Goldsystems. Weitere bekannte Lagerstätten und Ressourcen können die neue Infrastruktur länger auslasten und zusätzliche Minen ermöglichen. Diese Optionalität ist in unserem Base NAV nur teilweise enthalten.
Die starke FS zeigt erheblichen wirtschaftlichen Wert. Entscheidend sind nun die Genehmigungsänderungen, eine verbindliche Bauentscheidung und anschließend eine disziplinierte Umsetzung des rund 740-Mio.-$-Projekts.
Unser DCF schreibt die außergewöhnlich hohen 2026-AISC bewusst nicht fort. Steigen Löhne, Energie, Reagenzien, Logistik oder Sustaining Capex dauerhaft stärker als angenommen, würde die erwartete Margenerholung geringer ausfallen.
Die Development Decision und vorhandene Otjikoto-Infrastruktur reduzieren das Umsetzungsrisiko, die PEA basiert jedoch zu einem wesentlichen Teil auf Inferred-Ressourcen. Conversion, Geometrie und tatsächliche Minenperformance müssen sich erst bestätigen.
Beide Assets nähern sich dem Ende des klassischen Mining-Plans. Der verbleibende Wert hängt zunehmend von Stockpile-Verarbeitung, Resource-Conversion und der wirtschaftlichen Verlängerung vorhandener Infrastruktur ab.
B2Gold verfügt über erhebliche Cashflow-Potenziale, muss aber zugleich Entwicklungsprojekte finanzieren und die 2030 fällige Wandelanleihe berücksichtigen. Höherer Capex oder schwächere Goldpreise könnten die finanzielle Flexibilität reduzieren.
B2Gold hat über viele Jahre Minen erfolgreich entwickelt und betrieben. In den vergangenen zwei Jahren zeigte sich jedoch wiederholt eine Schwäche bei der Verlässlichkeit kommunizierter Zeitpläne und Produktionsannahmen. Besonders deutlich wurde dies bei Fekola Regional: Anfang 2025 wurde der Exploitation Permit noch für das erste Quartal und erste Produktion für Mitte 2025 erwartet. Später verschob sich die Erwartung auf Ende Q3 2025, anschließend auf Q1 2026 und schließlich auf Mitte 2026. Tatsächlich wurde der Menankoto Exploitation Permit erst am 7. August 2026 erteilt.
Auch operativ mussten Erwartungen angepasst werden. Fekola produzierte 2024 rund 393 koz und verfehlte damit selbst die bereits revidierte Guidance von 420–450 koz, nachdem der Zugang zu höhergradigem Erz aus Phase 7 länger dauerte als erwartet. Im August 2026 wurde die Konzern-Guidance erneut am oberen Ende reduziert – diesmal vor allem wegen der verspäteten Regional-Genehmigung.
Für unsere Bewertung ist das relevant: Wir übernehmen Management-Guidance nicht automatisch als Base Case. Produktionsstarts, Ramp-ups, Kosten und Genehmigungszeitpunkte werden Asset für Asset plausibilisiert; bei noch nicht vollständig de-riskten Projekten arbeiten wir mit zeitlichen Puffern, höheren Diskontsätzen oder expliziten Risikogewichtungen. Der Abschlag richtet sich dabei gegen die Unsicherheit der Prognose – nicht pauschal gegen die Qualität des Managements oder der Assets.
Fazit
B2Gold ist heute ein international diversifizierter Goldproduzent mit vier produzierenden Minen, dessen Portfolio gleichzeitig mitten in einem tiefgreifenden Übergang steckt. Fekola bleibt der wichtigste etablierte Cashflow-Träger, Goose soll zur zweiten großen Produktionssäule werden, während Masbate und Otjikoto zunehmend von vorhandener Infrastruktur und bereits erschlossenen Erzquellen leben. Die Investmentthese hängt deshalb weniger an einer einzelnen Mine als am Zusammenspiel aus bestehendem Cashflow, erfolgreichem Ramp-up und der nächsten Generation von Projekten.
Fekola bleibt wirtschaftlich stark, aber politisch und fiskalisch anspruchsvoll. Die bestehende Mine verfügt über hochwertige Infrastruktur und eine große Verarbeitungsplattform; mit Underground und Fekola Regional kann diese Basis länger genutzt werden. Gleichzeitig reduziert der neue malische Mining Code den Wert zusätzlicher Regional-Unzen für B2Gold, und die wiederholten Verzögerungen beim Menankoto Permit zeigen, warum wir Mali mit einer höheren Risikoprämie bewerten.
Goose ist der wichtigste operative Hebel der kommenden Jahre. Das teure Ramp-up-Jahr 2026 ist aus unserer Sicht kein sinnvoller langfristiger Kostenanker: Entscheidend ist, ob die Mine ab 2027 den geplanten Steady State von mehr als 300 koz jährlich zu deutlich niedrigeren Kosten erreicht. Gelingt das, verbessert sich nicht nur der Konzern-Cashflow – mit der neu geschaffenen Infrastruktur gewinnt zugleich der gesamte hochgradige Back River District an strategischem Wert.
Masbate und Otjikoto zeigen, dass reife Assets nicht automatisch wertlos werden. Masbate kann nach dem Ende des aktiven Tagebaus noch über Jahre Stockpiles verarbeiten und damit Cashflow liefern. Bei Otjikoto entsteht durch Wolfshag Underground, vorhandene Infrastruktur und Antelope eine andere Form von Optionalität: Nicht eine neue Greenfield-Mine muss gebaut werden, sondern bestehende Anlagen können durch zusätzliche hochgradige Erzquellen länger ausgelastet werden.
Gramalote ist die große Entwicklungsoption außerhalb der bestehenden Produktionsplattformen. B2Gold hat das frühere, zu große Projekt nach der vollständigen Übernahme neu dimensioniert; die Feasibility Study zeigt nun starke Wirtschaftlichkeit und niedrige geplante Betriebskosten. Dennoch behandeln wir Gramalote bewusst nicht wie eine fertige Mine: Genehmigungsänderungen, Bauentscheidung, rund 740 Mio. USD Pre-Production Capital und mehrere Jahre bis zum möglichen Cashflow rechtfertigen weiterhin einen deutlichen Risiko- und Zeitabschlag.
Die Bewertung erfolgt deshalb Asset für Asset und nicht über die außergewöhnlich hohen Konzern-AISC des Übergangsjahres 2026. In unserem 4.000-USD-Goldpreis-Base-Case ergibt sich derzeit ein modellierter NAV von rund 7,74 USD je Aktie. Beim Schlusskurs von 5,52 USD entspricht dies etwa 0,71× NAV. Dieser Abschlag kommt zusätzlich zu den Risikoaufschlägen, die wir innerhalb des DCF bereits für Mali, spätere Cashflows und noch nicht vollständig de-riskte Projekte berücksichtigen.
Die Chancen sind damit real, aber ebenso die Ausführungsrisiken. Goose muss den Ramp-up erfolgreich abschließen, Regional muss tatsächlich in Produktion überführt werden, Gramalote benötigt Genehmigungen und eine disziplinierte Bauentscheidung, und die zusätzliche Back-River-Optionalität muss erst in Reserven und wirtschaftliche Minenpläne übersetzt werden. Hinzu kommt, dass das Management in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Zeitpläne und Produktionsbeiträge früher oder konkreter in Aussicht gestellt hat, als sie letztlich realisiert werden konnten – ein Grund, weshalb wir Unternehmens-Guidance nicht ungeprüft als Base Case übernehmen.
Unsere Investmentthese verlangt deshalb weder perfekte Ausführung noch den vollen Wert sämtlicher Zukunftsprojekte. Entscheidend ist, ob B2Gold den Übergang von einem stark von Fekola abhängigen Produzenten zu einem breiter abgestützten Cashflow-Portfolio schafft. Goose, Regional, Antelope, Back River und Gramalote bieten dafür mehrere Wege – während die heutige Bewertung bereits einen Teil der politischen, operativen und zeitlichen Risiken reflektiert.
B2Gold verbindet bereits heute erhebliche Goldproduktion und Cashflow mit mehreren konkreten Möglichkeiten, die vorhandene Produktionsbasis zu verlängern und zu verbreitern. Der Bewertungsabschlag erscheint angesichts der bereits im Modell berücksichtigten Risikoabschläge substanziell – vorausgesetzt, Goose erreicht den Steady State und das Management setzt die nächste Projektgeneration konservativer und verlässlicher um.
Der entscheidende operative Test ist der weitere Hochlauf: Erreicht Goose nach den Crusher-Upgrades nachhaltig die angestrebte Produktionsdimension von rund 300 koz pro Jahr?
Nach Erteilung der Menankoto-Genehmigung zählt nun die Umsetzung: Pre-Stripping, Tolling und der Hochlauf von Fekola Regional müssen den verzögerten Wachstumspfad wieder auf Kurs bringen.