Substanz
11,9 Moz Reserven + 648 Mio. $ Net CashGroße ausgewiesene Reservebasis und eine starke Bilanz schaffen eine solide Ausgangslage – auch in einer Phase hoher Investitionen.
Solidcore Resources · Deep Dive · Stand August 2026
Solidcore Resources ist ein in Kasachstan ansässiger Goldproduzent mit zwei produzierenden Minen:
Kyzyl und Varvara. Das Unternehmen verfügt über
11,9 Millionen Unzen Goldäquivalent-Reserven und baut mit
Ertis POX eine eigene Anlage zur Verarbeitung refraktärer Goldkonzentrate.
Gleichzeitig entwickelt sich Solidcore über das Zinnprojekt
Syrymbet sowie die strategische Partnerschaft mit Bai Tau Minerals und die direkte Beteiligung am
Kupferprojekt Besshoky über das klassische Goldgeschäft hinaus. Besonders Kyzyl mit seiner außergewöhnlich
langlebigen und hochgradigen Ressourcenbasis sowie die künftige POX-Infrastruktur machen das Unternehmen
strategisch interessant. Der Investment Case reicht damit deutlich über die heutige Goldproduktion hinaus.
Solidcore verbindet eine außergewöhnlich große und langlebige Reservebasis mit hoher Nettoliquidität und einer Bewertung, die einen erheblichen Teil des langfristigen Potenzials nur begrenzt widerspiegelt.
Kyzyl bildet dabei das Fundament. Ertis POX könnte den strategischen Wert der Goldaktivitäten deutlich erhöhen, während Syrymbet und die Partnerschaft mit Bai Tau zusätzliche Optionen in Zinn und Kupfer eröffnen. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viel Gold Solidcore heute produziert – sondern welchen Wert das Unternehmen aus seiner Ressourcenbasis, seiner Verarbeitungskompetenz und seiner starken Bilanz über die kommenden Jahrzehnte schaffen kann.
Große ausgewiesene Reservebasis und eine starke Bilanz schaffen eine solide Ausgangslage – auch in einer Phase hoher Investitionen.
Eine langlebige, hochgradige Goldlagerstätte trifft auf eigene Verarbeitungskompetenz für refraktäre Konzentrate.
Zinn, Kupfer und weitere Projekte können zusätzliche Werttreiber schaffen, die heute nur teilweise in der Bewertung sichtbar sind.
Der langfristige Wert von Solidcore entsteht aus dem Zusammenspiel hochwertiger Assets, finanzieller Stärke und strategischem Weitblick des Managements. Maßgeblich sind dabei der Unternehmenswert, die noch erforderlichen Investitionen, die langfristig erzielbaren freien Cashflows – und die Fähigkeit des Managements, Kapital dort einzusetzen, wo langfristig zusätzlicher Wert entstehen kann.
Zur Bewertung ↓Zentralasien · Rohstoffland · geopolitische Brücke
Für viele Anleger wirkt Kasachstan auf den ersten Blick wenig spektakulär – bei gleichzeitig erhöhtem politischen und regulatorischen Risiko. Ein genauerer Blick zeigt jedoch einen Rohstoffstandort mit außergewöhnlich breiter Ressourcenbasis und wachsender strategischer Bedeutung. Insbesondere für Europa gewinnt das Land als Partner bei kritischen Rohstoffen und beim Aufbau neuer Lieferketten zunehmend an Bedeutung.
Kasachstans Wirtschaft ist seit Jahrzehnten eng mit Rohstoffen verbunden. Neben Öl und Uran verfügt das Land über bedeutende Vorkommen zahlreicher Metalle. Für Solidcore ist entscheidend, dass diese Geologie nicht nur bestehende Minen trägt, sondern auch neue Gold-, Kupfer- und Zinnprojekte ermöglicht.
Die EU und Kasachstan vertiefen ihre strategische Partnerschaft bei nachhaltigen und kritischen Rohstoffen. Im Juni 2026 bekräftigten beide Seiten erneut die Zusammenarbeit und die Umsetzung der gemeinsamen Roadmap. Parallel verfolgt Kasachstan eine Investitionsstrategie bis 2040.
Kasachstan ist ein Präsidialsystem mit starkem staatlichem Einfluss. Für Investoren bedeutet das einerseits politische Kontinuität und einen Staat, der große Industrieprojekte aktiv unterstützt, andererseits bleiben Steuer-, Regulierungs-, Governance- und Währungsrisiken relevant.
Kasachstan im Detail
Für die Bewertung eines Bergbauunternehmens reicht der Blick auf Geologie und Minenplan nicht aus. Politisches System, Außenbeziehungen, Währung und Investitionsklima bestimmen mit, welchen Risikoabschlag Anleger verlangen sollten.
Kasachstan ist ein stark präsidentiell geprägter, autoritär regierter Staat. Freedom House bewertet das Land 2026 mit 23 von 100 Punkten als „Not Free“. Wahlen gelten nicht als frei und fair; Opposition, Medien und Versammlungsfreiheit sind eingeschränkt. Für Investoren bleiben damit Rechtsstaatlichkeit, Governance und mögliche politische Eingriffe Teil des Risikoprofils.
Russland bleibt wirtschaftlich, geografisch und historisch ein zentraler Partner. Gleichzeitig baut Astana seine Beziehungen zu China und zur EU systematisch aus. Die EU ist bereits wichtigster Handels- und Investitionspartner; im Juni 2026 wurde die strategische Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Energie und dem Transkaspischen Transportkorridor weiter vertieft.
Kasachstan liefert rund 39 % der weltweiten Uranproduktion und ist damit global führend. Das Land liegt außerdem weltweit auf Rang 3 bei Titan, Rang 7 bei Zink, Rang 8 bei Blei und Rang 11 bei Gold. Hinzu kommen bedeutende Vorkommen von Kupfer, Chrom, Mangan, Silber und weiteren kritischen Rohstoffen.
Die Wirtschaft wächst dynamisch, ist aber weiterhin stark rohstoffabhängig. Hohe Inflation, ein Leitzins von 18 % und Schwankungen des Tenge können Kosten, Finanzierung und Bewertung von Bergbauprojekten beeinflussen.
Für Solidcore sind weniger abstrakte Demokratie-Rankings als die konkreten Folgen für Eigentumsrechte, Bergbaulizenzen, Steuern, Kapitalverkehr und Projektgenehmigungen entscheidend. Hinzu kommen Tenge-, Transport- und Sanktionsrisiken durch die enge wirtschaftliche Verflechtung der Region mit Russland.
Kasachstan dürfte auf absehbare Zeit weder Teil eines westlichen Blocks werden noch seine Beziehungen zu Russland aufgeben. Wirtschaftlich verbreitert das Land jedoch sichtbar seine Optionen. Gerade bei kritischen Rohstoffen und neuen Handelsrouten wächst Europas Interesse – ein Trend, der den strategischen Wert kasachischer Bergbauassets erhöhen kann.
Kasachstan ist für Bergbauunternehmen nicht nur mit zusätzlichen Risiken verbunden. Ein Teil des Risikoabschlags geht mit wirtschaftlichen Vorteilen einher, die für einen international verkaufenden Produzenten erheblich sein können. Bei Solidcore ist insbesondere die Kombination aus Erlösen, die am internationalen Goldpreis in US-Dollar hängen, und einer teilweise lokalen Kostenbasis von Bedeutung.
Gold wird international in US-Dollar gehandelt. Ein erheblicher Teil der operativen Kosten von Solidcore entsteht dagegen in Kasachstan – etwa bei Löhnen, lokalen Dienstleistungen und Teilen der Versorgung. Dadurch kann eine Abwertung des Tenge die in US-Dollar ausgewiesene Kostenbasis entlasten.
Gleichzeitig liegt das lokale Lohn- und Dienstleistungsniveau deutlich unter dem großer westlicher Bergbauregionen. Das ist jedoch kein risikoloser Vorteil: Hohe Inflation, steigende Löhne und ein stärkerer Tenge können den Effekt teilweise oder vollständig aufzehren. Solidcore selbst hat in der Vergangenheit sowohl den Wechselkurs als auch die kasachische Inflation als wesentliche Kostentreiber ausgewiesen.
Kasachstan verfügt über eine jahrzehntelang gewachsene Bergbau- und Metallurgiewirtschaft. Für einen Produzenten wie Solidcore bedeutet das: qualifizierte Fachkräfte, bestehende Strom- und Transportnetze, Zulieferer sowie industrielle Erfahrung sind bereits vorhanden – sie müssen nicht wie in einem neuen Frontier-Markt erst vollständig aufgebaut werden.
Auch hier gilt: Infrastruktur ist vorhanden, aber nicht perfekt. Solidcore hat beispielsweise bereits Engpässe bei Bahnkapazitäten und östlichen Transportkorridoren als operatives Risiko erlebt. Im Strommarkt steigen zudem Investitionsbedarf und Tarife. Der Vorteil liegt daher weniger in „billiger Energie“ als in einer vorhandenen industriellen Basis, auf der neue Projekte wie Ertis POX überhaupt in dieser Größenordnung aufgebaut werden können.
Der Risikoabschlag wirkt nicht nur auf die Börsenbewertung. Er kann auch beeinflussen, zu welchen Preisen Lagerstätten, Beteiligungen und Entwicklungsprojekte erworben werden können. Hochwertige Projekte in Kanada oder Australien konkurrieren um deutlich mehr westliches Kapital.
Für einen Betreiber mit lokaler Erfahrung, Finanzierungskraft und technischer Kompetenz kann genau darin eine Chance liegen: Risiken übernehmen, die andere Investoren meiden – und dafür Zugang zu geologisch attraktiven Assets zu Bewertungen erhalten, die in etablierten Jurisdiktionen schwerer erreichbar wären. Bei Syrymbet und Besshoky werden wir diesen Punkt separat prüfen.
Einen pauschalen Länderabschlag von beispielsweise 20 oder 30 Prozent vom Unternehmenswert abzuziehen, halten wir für zu undifferenziert. Politische, regulatorische und institutionelle Risiken beeinflussen vor allem die Sicherheit und den Zeitpunkt zukünftiger Cashflows. In unserem Bewertungsmodell bilden wir dieses Risiko deshalb primär über einen höheren Diskontsatz ab.
Als Arbeitsannahme erscheint für ein etabliertes kanadisches Asset ein realer Diskontsatz von etwa 5–6 % plausibel. Für Kasachstan würden wir im Base Case zunächst mit 7–8 % arbeiten und in einem konservativen Szenario 9–10 % testen. Das ist keine universelle Marktregel, sondern eine transparente Modellannahme, die wir für jedes Asset an Laufzeit, Entwicklungsstand und Projektrisiko anpassen.
Schon wenige Prozentpunkte verändern den heutigen Wert weit entfernter Cashflows erheblich. Gerade bei einer langlebigen Ressourcenbasis wie Kyzyl wird der Diskontsatz deshalb zu einer zentralen Bewertungsvariable.
Für etablierte Assets in Tier-1-Jurisdiktionen verwenden wir im Basisszenario typischerweise rund 6 %. Für Kasachstan setzen wir bei den produzierenden Assets 8 % an, also rund 200 Basispunkte mehr. Das reflektiert politische, regulatorische und institutionelle Risiken sowie die geringere Kapitalmarktintegration. Als externe Plausibilisierung weist Damodaran für Kasachstan Anfang 2026 bei einem Investment-Grade-Rating von Baa1 eine Country Risk Premium von rund 2,1 % aus. Der 8-%-Satz ist dennoch keine mechanische Ableitung daraus, sondern eine transparente Minenwerte-Modellannahme.
Der höhere Risikoabschlag gegenüber etablierten westlichen Bergbaujurisdiktionen ist Realität. Was für manche Anleger ein Ausschlusskriterium darstellt, kann für langfristig orientierte Investoren zugleich eine Chance eröffnen – sofern die Bewertung diese Risiken angemessen kompensiert. Gerade die große Rohstoffbasis, bestehende Bergbautradition, industrielle Infrastruktur und zunehmende strategische Bedeutung des Landes können Chancen schaffen, die in etablierten Jurisdiktionen häufig deutlich teurer bewertet werden.
Abai Region · Gold
Kyzyl ist das Kernasset von Solidcore – und der wesentliche Grund, warum der Wert des Unternehmens weit über die laufende Jahresproduktion hinausreicht. Zum 1. Januar 2026 lagen die Erzreserven bei 9,7 Mio. Unzen Goldäquivalent mit einem durchschnittlichen Goldgehalt von 5,0 g/t. Hinzu kamen 2,5 Mio. Unzen Mineralressourcen mit sogar 5,1 g/t. Damit verbindet Kyzyl eine außergewöhnlich große Reserve- und Ressourcenbasis mit für eine Lagerstätte dieser Größenordnung sehr hohen Gehalten.
Infrastruktur, Aufbereitung und Know-how können über Jahrzehnte genutzt werden. Eine Mine wie Kyzyl wird dadurch zur Cash-Cow. Genau deshalb sollte man bei Kyzyl nicht nur auf die aktuelle Jahresproduktion achten, sondern auf den abgezinsten Cashflow der langfristig förderbaren Reserven – unter Berücksichtigung von Goldpreis, Kosten, Steuern, Investitionen und operativen Risiken.
Kostanay Region · Gold & Kupfer
Varvara ist mehr als eine einzelne Mine. Rund um die bestehende Verarbeitungsinfrastruktur hat Solidcore einen regionalen Produktionshub aufgebaut, der eigenes Erz aus mehreren Lagerstätten ebenso verarbeiten kann wie Material von Dritten.
Das ursprüngliche Varvara-Asset wurde 2009 übernommen. Gute Transportanbindung, vergleichsweise günstige Energie und eine bereits vorhandene Aufbereitungsanlage bildeten anschließend die Grundlage für den Ausbau zum Hub. Heute gehören neben Varvara unter anderem Komar, Elevatornoye und Baksy zur Reservebasis.
Reservebasis · 1. Januar 2026
Von insgesamt 2,24 Mio. Unzen Goldäquivalent Reserven entfallen rund 950 koz auf Komar, 675 koz auf Varvara, 572 koz auf Elevatornoye und 44 koz auf Baksy. Der Hub bündelt damit mehrere Lagerstätten um eine bereits vorhandene Verarbeitungsinfrastruktur.
Metallurgie & Verarbeitung
Anders als bei Kyzyl ist die Metallurgie vergleichsweise klassisch. Gold liegt überwiegend frei oder in Verbindung mit Pyrit und anderen Sulfiden vor. Entscheidend ist vor allem der Kupfergehalt: Goldmaterial mit weniger als 0,2 % Kupfer wird über einen konventionellen Cyanid-Leaching-Kreislauf verarbeitet; kupferreicheres Material gelangt in die Flotation.
Der Leaching-Kreislauf umfasst Mahlen, Carbon-in-Pulp-Laugung, Kohlenstoffdesorption und -regeneration, Elektrogewinnung und Schmelzen. Das Endprodukt ist Doré. Die Flotation erzeugt dagegen ein Gold-Kupfer-Konzentrat, das extern verkauft und weiterverarbeitet wird.
Der Hub-Effekt
Eine Aufbereitungsanlage muss nicht für jede Lagerstätte neu gebaut werden. Solidcore transportiert beispielsweise Erz aus Komar zur Varvara-Anlage und kauft zusätzlich goldhaltige Quarz-Sulfid-Erze von Dritten für die Verarbeitung im Leaching-Kreislauf. Auch die Flotation verarbeitet Fremdmaterial; 2025 wurde der Flowsheet gezielt angepasst, um die Kupferausbeute aus Third-Party-Feed zu erhöhen.
Genau darin liegt der strategische Wert des Hubs: Vorhandene Verarbeitungskapazität erweitert den wirtschaftlich erreichbaren Radius um Varvara. Neue oder kleinere Vorkommen können dadurch mit deutlich weniger eigener Infrastruktur erschlossen werden.
Die Gehalte sind deutlich niedriger als bei Kyzyl. Dafür besitzt Solidcore hier etwas anderes: Minen, Transportwege und zwei unterschiedliche Verarbeitungslinien, die Material aus mehreren Quellen aufnehmen können. Der Wert des Assets liegt deshalb nicht allein in seinen 2,24 Mio. Unzen Reserven, sondern auch in der Fähigkeit, weitere regionale Erzquellen in bestehende Infrastruktur einzubinden.
Pavlodar · Druckoxidation
Mit Ertis POX holt Solidcore einen zentralen Teil der Wertschöpfungskette ins eigene Unternehmen. Die Verarbeitung refraktärer Goldkonzentrate soll künftig nicht mehr von externen Anlagen abhängen, sondern in einer eigenen Druckoxidationsanlage in Kasachstan erfolgen.
Die Anlage entsteht in der Sonderwirtschaftszone Pavlodar, rund 500 Kilometer von Kyzyl entfernt. Sie soll bis zu 300.000 Tonnen goldhaltiges Konzentrat pro Jahr verarbeiten und daraus bis zu 500.000 Unzen Gold in Doré produzieren können.
Wie POX funktioniert
Das fein gemahlene refraktäre Konzentrat wird als Suspension zusammen mit Sauerstoff in einen Druckbehälter geleitet. Bei Ertis arbeitet der Autoklav bei rund 240 °C und 43,4 bar. Unter diesen Bedingungen oxidieren die sulfidischen Mineralstrukturen, in denen das mikroskopisch feine Gold eingeschlossen ist.
Erst durch diese Vorbehandlung wird das Gold für die nachfolgenden hydrometallurgischen Prozessschritte zugänglich. Bei doppelt refraktären Konzentraten reicht die Oxidation der Sulfidmatrix allein jedoch nicht aus. Auch das kohlenstoffhaltige Material muss im weiteren Prozess berücksichtigt werden, da es gelöstes Gold wieder adsorbieren kann – das sogenannte Preg-Robbing.
Das Herzstück
Das zentrale Prozessgefäß ist rund 50 Meter lang, etwa 6 Meter groß und mit Titan ausgekleidet, um den aggressiven Hochdruckbedingungen standzuhalten. Solidcore bezeichnet es als den größten titanplattierten Autoklaven der Goldindustrie.
Gefertigt wurde der Behälter von COEK Engineering in Belgien. Nach einem rund 8.000 Kilometer langen Transport erreichte er 2025 Pavlodar und wurde auf der Ertis-Baustelle installiert. Das Projekt ist damit längst mehr als eine Planung auf dem Papier.
Engineering & Execution Risk
Hatch begleitet Engineering und Procurement Support. Das Basic Engineering war im Q1 2026 abgeschlossen; die Projektunterlagen wurden anschließend zur staatlichen Prüfung eingereicht.
Noch wichtiger: Solidcore setzt für Ertis auf ein Projektteam, das bereits das frühere POX-Projekt des Unternehmens umgesetzt hat. Nach Unternehmensangaben verwendet Ertis dieselbe Technologie und denselben Flowsheet. Das reduziert technologische Risiken – beseitigt aber nicht die klassischen Risiken eines rund eine Milliarde Dollar schweren Großprojekts: Bau, Kosten, Terminplan und Ramp-up bleiben entscheidend.
Projektfortschritt
Ökonomik & Finanzierung
Der Start-up-CAPEX wird mit 978 Mio. USD angegeben. Im Juli 2026 sicherte Solidcore eine Finanzierung über 600 Mio. USD: 300 Mio. USD von der EBRD und weitere 300 Mio. USD von einem Bankenkonsortium aus ING, Société Générale und ADCB. Der verbleibende Kapitalbedarf soll aus einer Kombination von operativem Cashflow und Finanzierung gedeckt werden.
Der strategische Wert
Mit der eigenen Anlage entfällt perspektivisch die Abhängigkeit von externen Offtake- und Tolling-Lösungen für Kyzyl. Gleichzeitig ist Ertis ausdrücklich für weitere Feedquellen ausgelegt: Solidcore nennt neben Kyzyl auch Tokhtar und Drittmaterial.
Damit entsteht in Pavlodar potenziell ein regionaler Processing Hub für refraktäre Konzentrate. Lagerstätten, deren Gold ohne spezialisierte Vorbehandlung nur schwer wirtschaftlich nutzbar wäre, können für einen Betreiber mit eigener POX-Kapazität einen anderen strategischen Wert besitzen.
Die Investition von rund 978 Mio. USD ist erheblich. Ihr wirtschaftlicher Nutzen besteht zunächst darin, einen bislang extern vergebenen Teil der Wertschöpfung zurückzuholen: Transporte über große Entfernungen sowie Kosten und Margen für externe Verarbeitung entfallen beziehungsweise werden deutlich reduziert. Gleichzeitig erhält Solidcore die Kontrolle über einen für Kyzyl entscheidenden Prozessschritt.
Bereits auf Basis von Kyzyl-Konzentrat allein kalkulierte Solidcore für Ertis mit einer IRR von rund 13 % bei einem Goldpreis von 2.300 USD je Unze. Zusätzliche eigene Konzentrate und Third-Party-Feed können die Auslastung erhöhen und damit einen weiteren wirtschaftlichen Hebel schaffen.
Damit entstand aus der schwierigen Metallurgie von Kyzyl letztlich eine strategische Chance: Eine Anlage, die zunächst zur Lösung eines eigenen Verarbeitungsproblems gebaut wird, kann Solidcore langfristig Zugang zu weiteren refraktären Goldvorkommen verschaffen und sich zu einer regionalen Verarbeitungsplattform entwickeln.
Nordkasachstan · Zinn & Kupfer
Mit Syrymbet erweitert Solidcore sein Portfolio erstmals um ein Metall außerhalb des klassischen Goldgeschäfts. Das noch unentwickelte Zinn-Kupfer-Projekt in Nordkasachstan zählt zu den größten unentwickelten Zinnlagerstätten der Region und könnte ab 2029 einen neuen Produktionsschwerpunkt des Unternehmens bilden.
Solidcore hält 55 % am Projekt. Die definitive Machbarkeitsstudie wird 2026 abgeschlossen; die Investitionsentscheidung des Boards ist derzeit für September 2026 vorgesehen.
Ressourcenbasis
Die historische JORC-Mineralressource von 2018 umfasst auf 100-%-Basis rund 492.400 Tonnen Zinn bei durchschnittlich 0,40 % Sn sowie rund 91.400 Tonnen Kupfer bei 0,07 % Cu. Solidcore bezifferte diese Ressource beim Einstieg auf rund 5,9 Mio. Unzen Goldäquivalent.
Wichtig für die Bewertung: Dabei handelt es sich um Mineralressourcen, nicht um nachgewiesene Erzreserven. Erst die laufende Feasibility Study soll zeigen, welcher Teil davon unter den geplanten technischen und wirtschaftlichen Bedingungen tatsächlich als Reserve ausgewiesen werden kann.
100 % Projekt vs. Solidcore-Anteil
* Goldäquivalent ist eine gemeinsame Wertmaßzahl für unterschiedliche Metalle auf Basis definierter Metallpreise – in Syrymbet liegen keine 5,9 Mio. Unzen Gold.
Warum Zinn?
Der wichtigste Einsatzbereich von Zinn ist heute nicht die klassische Weißblechdose, sondern Lötmaterial. Rund die Hälfte des weltweiten Zinnverbrauchs entfällt auf Lote, die elektrische Bauteile zuverlässig miteinander verbinden.
Damit steckt Zinn praktisch unsichtbar in einem großen Teil moderner Technik: Leiterplatten, Halbleiter, Rechenzentren, Fahrzeuge, Solaranlagen und Kommunikationstechnik benötigen zinnhaltige Lote. Die International Tin Association erwartet, dass der globale Zinnverbrauch von rund 357.000 Tonnen 2023 auf etwa 428.000 Tonnen 2030 steigen könnte.
Vom Vorkommen zum Entwicklungsprojekt
Der Einstiegspreis
Auf Basis der beim Erwerb genannten Goldäquivalent-Ressource entfallen rechnerisch rund 3,25 Moz GE auf Solidcores 55-%-Anteil. Der Kaufpreis entspricht damit grob 25 USD je zurechenbarer GE-Unze im Boden.
Diese Kennzahl ist ausdrücklich keine DCF-Bewertung. Ressourcen müssen erst in Reserven überführt, finanziert, abgebaut und verarbeitet werden. CAPEX, Recovery, Betriebskosten, Metallpreise, Steuern und Zeitwert entscheiden darüber, welcher wirtschaftliche Wert tatsächlich realisiert werden kann.
Dafür gibt es derzeit keine öffentliche Ankündigung. Die Beteiligungsstruktur von 55 % Solidcore und 45 % Lancaster Group ist weiterhin gültig.
Die Frage ist aus Investorensicht dennoch interessant. Solidcore treibt die technische Entwicklung voran und stellt zusätzliche Finanzierung für Feasibility Study, Vorarbeiten und Early Procurement bereit. Sollte Syrymbet wirtschaftlich überzeugen und zu einem Kernprojekt des Konzerns werden, könnte eine spätere Konsolidierung des verbleibenden 45-%-Anteils strategisch sinnvoll erscheinen.
Diese Überlegung ist ausdrücklich Spekulation von Minenwerte und nicht Teil der kommunizierten Unternehmensplanung.Das Unternehmen könnte erstmals einen wesentlichen Teil seiner Produktion und seines Cashflows aus einem Industriemetall erzielen. Damit sinkt die unmittelbare Abhängigkeit vom Goldpreis, während die operative Konzentration auf Kasachstan gleichzeitig zunimmt.
Der Einstiegspreis von 82,5 Mio. USD für 55 % erscheint gemessen an der historischen Ressourcengröße niedrig. Ob daraus erheblicher Aktionärswert entsteht, entscheidet jedoch nicht die Menge Zinn im Boden, sondern die neue Feasibility Study: CAPEX, Recovery, Produktionsvolumen, Betriebskosten und Minenlaufzeit werden bestimmen, welchen wirtschaftlichen Wert die Ressource tatsächlich besitzt.
NAV · Szenarien · Peer Group
Bei einem Unternehmen mit langlebigen Minen und großen Entwicklungsprojekten reicht ein einfaches Gewinnmultiple nicht aus. Entscheidend ist der heutige Wert der zukünftigen Cashflows. Deshalb betrachten wir Solidcore als Summe seiner einzelnen Assets – und trennen dabei operative Substanz, Entwicklungsoptionen und Bilanz.
Minenwerte-Ansatz
Goldpreis und Diskontsatz haben bei einer Mine mit jahrzehntelanger Laufzeit enormen Einfluss auf den heutigen Wert. Wir verwenden deshalb keinen einzelnen „fairen Wert“, sondern einen konservativen Korridor. Der Diskontsatz bildet dabei ausdrücklich auch den zuvor diskutierten Risikoabschlag für Kasachstan ab.
Einheitliches Bewertungsgerüst zur Ermittlung der Nettovermögenswerte (NAV) auf minenwerte.de.
Belastbare Produktion auf Reservebasis wird vollständig per Asset-DCF bewertet.
Konkrete Erweiterungen mit belastbarem Produktionsplan erhalten 95–100 % des DCF.
Eigener Projekt-DCF mit individuellem Abschlag für Genehmigungs-, Bau-, Finanzierungs- und Ausführungsrisiko.
Definierte Ressourcen außerhalb des belastbaren Produktionsplans erhalten nur einen konservativen Optionalitätswert.
Im Base-NAV mit 0 bewertet. Der mögliche Wert bleibt zusätzliche Upside.
Die Prozentwerte sind Bewertungsfaktoren, keine Eintrittswahrscheinlichkeiten. Nicht-mineralische Infrastruktur wie Ertis POX wird separat nach ihrer eigenen ökonomischen Logik bewertet.
Sum of the Parts
Zusätzlich werden 0,946 Moz M&I außerhalb der Reserven als Kategorie D mit 25 % des Reserve-NAV/oz berücksichtigt. 1,602 Moz Inferred bleiben E = 0.
Zusätzliche 0,819 Moz M&I werden mit 20 % des Reserve-NAV/oz bewertet; rund 0,450 Moz Inferred bleiben unbewertet.
Die letzte bankable FS liefert Reserve, Mine Life und Produktionsanker. Der technische Wert wird auf unsere Metallpreisszenarien rekalibriert und wegen ausstehender neuer FS, Investitionsentscheidung, Finanzierung und Bau nur zu 40 % angesetzt.
Ertis ist keine Mine und wird deshalb nicht künstlich in A–E gezwungen. Der Wert bleibt separat aus dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzen der eigenen POX-Kapazität abgeleitet.
Mangels abgeschlossener öffentlich reproduzierbarer FS wird noch kein Projekt-DCF angesetzt. Berücksichtigt werden vorläufig nur die tatsächlich investierten 15 Mio. USD.
Die vereinbarte Übernahme ist bislang nicht vollzogen und regulatorisch blockiert. Bis zu einem bestätigten Closing wird deshalb kein Wert angesetzt; die Ressource bleibt sichtbare, aber nicht bewertete Optionalität.
648 Mio. USD Net Cash werden um den zuletzt veröffentlichten Netto-Buchwert der Bai-Tau-Forderung von 128 Mio. USD ergänzt.FY2025, Note 21: 130 Mio. USD Vertragswert − 2 Mio. USD ECL = 128 Mio. USD Netto-Buchwert.
Methodik · Kyzyl
Die Bewertung soll nicht nur ein Ergebnis liefern, sondern reproduzierbar sein. Deshalb legen wir die zentralen Annahmen und Rechenschritte offen.
Die ausgewiesenen Kyzyl-Reserven werden vereinfachend gleichmäßig bis 2054 verteilt. Daraus ergeben sich rund 346 Koz pro Jahr – praktisch auf Höhe des Mine-Metal-Outputs 2025 von 347 Koz.
Wir verwenden Kyzyls tatsächlich ausgewiesene AISC 2025 unverändert als langfristige reale Kostenbasis. Die historische MET wird nicht herausgerechnet. Die neue progressive MET kommt zusätzlich hinzu – bewusst konservativ und leicht nachvollziehbar.
Die Mineral Extraction Tax wird separat neu berechnet. Bei 2.500 $ Gold setzen wir 7,5 % an; bei 4.000 und 5.500 $ greift mit 11 % bereits der gesetzliche Höchstsatz.
Die Steuer wird erst auf die vereinfachte operative Marge nach AISC und zusätzlicher MET angewendet. 23 % entsprechen Solidcores ausgewiesener effektiver Steuerquote 2025 und liegen damit über dem gesetzlichen Standardsatz.
Goldpreis und Kosten werden in heutigen Dollars modelliert; allgemeine Inflation wird deshalb nicht zusätzlich aufgeschlagen. Beim Übergang zum Untertagebau steigen zwar die Mining-Kosten je Tonne, nach Aussage des Managements sollen höhere Erzgehalte diesen Effekt je produzierter Unze mehr als kompensieren.
Jeder zukünftige Jahrescashflow wird mit dem jeweiligen Szenario-Diskontsatz auf heute abgezinst. Dadurch haben die frühen Cashflows erheblich mehr Gewicht als die Produktion in den 2040er- und 2050er-Jahren.
Methodik · Varvara
Für Varvara setzen wir die ausgewiesenen 2.035 USD/oz AISC 2025 als reale Kostenbasis an. Darin steckten bereits erhöhte Sustaining-Ausgaben für Tailings, Bahnanschluss und Flottenerneuerung. Trotzdem normalisieren wir die Kosten nicht nach unten. Zusätzlich wird die neue MET vollständig belastet. Die 2,2 Moz Reserven werden vereinfachend über rund 17 Jahre bis 2042 verteilt. Zusätzlicher Hub-Wert aus Third-Party-Feed bleibt unberücksichtigt.
Methodik · Syrymbet
Die frühere bankable Feasibility Study bildet den technischen Anker: rund 145 kt Sn Reserve, 14 Jahre Mine Life und durchschnittlich rund 6,5 kt Zinn im Konzentrat pro Jahr. Die frühere 50-%-Resource-Proxy-Logik entfällt. Für den heutigen NAV rekalibrieren wir ausschließlich den Metallpreishebel und setzen anschließend 55 % Ownership × 40 % Kategorie-C-Faktor an.
Syrymbet · Kategorie C
Die neue Solidcore-FS wird für September 2026 erwartet. Bis dahin verwenden wir die letzte veröffentlichte bankable FS als Mengen- und Minenplananker und bewerten nur 40 % des auf Solidcore entfallenden technischen Projektwerts.
Die Werte sind eine Minenwerte-Rekalibrierung des historischen FS-Minenplans und keine neue Machbarkeitsstudie. Der schwächste Input ist die Rekonstruktion des historischen Metallpreisankers. Die damaligen CAPEX- und OPEX-Annahmen wurden nicht pauschal auf das heutige Kostenniveau hochinflationiert; das kann den historischen technischen NPV tendenziell überzeichnen. Gleichzeitig entwickelt Solidcore Processing-Konzept und Kapitalbedarf derzeit neu, sodass auch eine einfache Inflationsanpassung keine belastbare heutige Kostenbasis ergeben würde. Bis zur neuen FS fangen wir diese Unsicherheit über den Kategorie-C-Ansatz auf und berücksichtigen nur 40 % des auf Solidcore entfallenden technischen Projektwerts. Mit Veröffentlichung der neuen Solidcore-FS wird dieser Zwischenansatz vollständig ersetzt.
Methodik · Ertis POX
Solidcores veröffentlichte Machbarkeitsstudie weist für Ertis POX einen IRR von 13 % bei nur 2.300 USD/oz Gold aus – und zwar allein auf Basis der Verarbeitung von Kyzyl-Konzentrat. Der Start-up-CAPEX beträgt 978 Mio. USD. Da kein vollständiger öffentlicher Projekt-Cashflow vorliegt, verwenden wir diese Unternehmensangabe als vereinfachten Bewertungsanker. Näherungsweise leiten wir daraus einen jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von rund 130 Mio. USD ab: 978 Mio. USD × 13 % ≈ 127 Mio. USD → gerundet 130 Mio. USD pro Jahr. Diesen Betrag diskontieren wir über 30 Jahre mit den jeweiligen Szenario-Diskontsätzen; der heute noch ausstehende Ertis-CAPEX wird separat abgezogen.
Nicht im NAV enthalten
Ertis ist für bis zu 300 kt Konzentrat bzw. rund 500 koz Doré pro Jahr ausgelegt. Kyzyl soll lediglich etwa 55 % der Konzentratkapazität belegen. Die verbleibende Kapazität kann mit Drittmaterial oder zukünftigen eigenen Projekten gefüllt werden. Diesen möglichen zusätzlichen Cashflow setzen wir im NAV bewusst mit null an.
Methodischer Hinweis: Der ausgewiesene 13-%-IRR ist eine Unternehmensangabe aus der Ertis-Machbarkeitsstudie. Die Umrechnung in einen konstanten 30-jährigen wirtschaftlichen Vorteil ist eine Minenwerte-Vereinfachung und nicht der originale Ertis-Cashflowplan. Der jährliche Ertis-Nutzen bleibt in allen Goldpreisszenarien bewusst konstant: Ertis schafft seinen Wert primär durch eingesparte externe Verarbeitung, Logistik und vergleichbare Kostenpositionen; diese steigen nicht automatisch proportional mit dem Goldpreis. Der Goldpreishebel wird bereits separat über den Kyzyl-Minen-DCF erfasst. Eine zusätzliche proportionale Goldpreis-Skalierung von Ertis würde ohne detailliertes Projektmodell eine nicht belegbare zweite Preisabhängigkeit erzeugen. Die unterschiedlichen Ertis-Werte in den drei Szenarien sind daher Diskontsatz- und keine Goldpreiseffekte. Bereits investierte Beträge werden nicht erneut abgezogen. Third-Party-Feed wird nicht bewertet, weil Brutto-Tolling-Gebühren ohne belastbare Angaben zu Processing-OPEX und Vertragsmargen keinen seriösen FCF ergeben.
Corporate Costs – kein Doppelabzug, aber separat erforderlich: Solidcores 2025-AISC-Reconciliation zeigt, dass die operativen AISC von Kyzyl (1.000 $/oz) und Varvara (2.035 $/oz) die Corporate SGA nicht vollständig enthalten. Auf Konzernebene werden 59 Mio. USD „Corporate SGA expenses and other operating expenses“ erst zwischen TCC und AISC ergänzt. Da unsere Asset-DCFs mit den operativen Mine-AISC rechnen, bleibt ein separater Corporate-Abzug notwendig. Für Konsistenz mit der AISC-Definition verwenden wir nun 59 Mio. USD jährlich statt der bisherigen 47 Mio. USD EBITDA-Zeile; über 28 Jahre ergeben sich rund 549 / 652 / 716 Mio. USD PV bei 10 / 8 / 7 %.
Methodenhinweis: Das Modell soll Bewertungsbandbreiten und Sensitivitäten zeigen, keine Scheingenauigkeit; mit neuen Unternehmensdaten wird es fortlaufend verfeinert.
* Marktkennzahlen sind eine Momentaufnahme auf Basis des auf der Seite verwendeten Referenzkurses. Reserven: 11,9 Moz GE zum 1. Januar 2026. Bewertungsannahmen sind Szenarien von Minenwerte und keine Prognosen des Unternehmens oder Kaufempfehlungen.
Hinweis zur MET- und Royalty-Behandlung: Die verwendeten AISC basieren auf veröffentlichten Unternehmensangaben und enthalten je nach Produzent bereits Royalties, Förderabgaben oder vergleichbare produktionsbezogene Belastungen. Im vereinfachten Peer-Modell werden diese Bestandteile nicht für jedes Unternehmen vollständig herausgerechnet und anschließend auf den 4.000-USD-Goldpreis neu normalisiert. Bei Solidcore berücksichtigen wir die ab 2026 geltende progressive Mineral Extraction Tax zusätzlich zur historischen Kostenbasis. Dadurch ist Solidcores DCF bewusst konservativ und enthält einen Sicherheitspuffer. Entscheidend für den Peer-Vergleich ist, dass die Methodik über die Vergleichsgruppe hinweg konsistent vereinfacht angewendet wird und Solidcore durch die MET-Behandlung nicht begünstigt wird.
Sicherheit · Umwelt · Gesellschaft
Kasachstan ist ein ehemaliger Sowjetstaat. Damit verbinden manche Anleger noch immer Bilder von veralteter Industrie, niedrigen Umweltstandards, mangelnder Arbeitssicherheit und einem wenig verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur.
Doch wie viel davon entspricht heute noch der Realität – und wie arbeitet Solidcore tatsächlich?
Statt uns auf ESG-Ratings oder Unternehmensversprechen zu verlassen, betrachten wir Bereiche, in denen sich verantwortungsvolles Handeln konkret messen lässt: Arbeitssicherheit, Wasser und Emissionen, Energieversorgung, Umweltprüfung neuer Projekte sowie den wirtschaftlichen Beitrag für die Standortregionen.
Keine Lost-Time Injuries und keine Todesfälle bei Mitarbeitern oder Auftragnehmern.
des eingesetzten Wassers wurden wiederverwendet oder recycelt.
Operative und investive Ausgaben für Klima- und Umweltmaßnahmen, nach 13 Mio. USD im Vorjahr.
Investitionen in Gemeinden und soziale Infrastruktur der Standortregionen.
Sicherheit
2025 lag die Lost-Time-Injury-Frequency-Rate erneut bei 0; zugleich wurden weder bei eigenen Beschäftigten noch bei Auftragnehmern Todesfälle verzeichnet. Für ein Bergbauunternehmen ist das keine Imagekennzahl, sondern ein unmittelbarer Indikator für operative Disziplin und Sicherheitskultur.
Wasser & Ressourcen
91 % des 2025 eingesetzten Wassers wurden wiederverwendet oder recycelt. Das ist hoch, lag aber unter den 96 % des Vorjahres. Wegen trockenerer Bedingungen stieg zugleich der Frischwasserverbrauch deutlich. Positiv ist der längerfristige Trend: Seit 2019 hat Solidcore den Frischwassereinsatz in technologischen Prozessen nach Unternehmensangaben um rund 80 % reduziert.
Energie & Emissionen
Ende 2025 wurde bei Varvara ein 23-MW-Solarpark fertiggestellt. Insgesamt investierte Solidcore 2025 rund 24 Mio. USD in Klima- und Umweltmaßnahmen und verfolgt weiterhin das Ziel, Scope 1 und 2 bis 2030 um 45 % gegenüber 2023 zu reduzieren. Gleichzeitig stiegen die absoluten Scope-1+2-Emissionen 2025 leicht auf rund 461 kt CO₂e nach 455 kt im Vorjahr; auch die Emissionsintensität nahm zu. Der Fortschritt muss sich daher erst in den kommenden Jahren in den tatsächlichen Emissionsdaten zeigen.
Neue Projekte · Ertis POX
Für Ertis POX ließ Solidcore eine unabhängige Environmental and Social Impact Assessment durch SLR Consulting erstellen; Biodiversitätsuntersuchungen wurden von SGS unterstützt. Die 2026 veröffentlichte ESIA orientiert sich an den Anforderungen der EBRD und den Equator Principles IV und wurde öffentlich zur Stellungnahme ausgelegt. Das ist für ein Milliardenprojekt wesentlich aussagekräftiger als ein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen.
Verarbeitungstechnologie
Auch bei der eingesetzten Verarbeitungstechnik zeigt sich kein Bild veralteter Industrie. Kyzyl verfügt über einen erst 2018 neu errichteten Flotationskonzentrator; Flotation ist für die Aufbereitung solcher sulfidischen Erze ein international etabliertes Verfahren. Varvara ist der ältere Standort und arbeitet mit Flotation sowie Cyanidlaugung – ebenfalls weltweit gebräuchlichen Goldaufbereitungsverfahren. Entscheidend ist hier der Umgang mit Chemikalien und Rückständen: Varvara ist Solidcores einziger cyanidbezogener Standort in Kasachstan und wurde im März 2026 nach dem International Cyanide Management Code vollständig rezertifiziert. Zudem wurde 2025 ein neues Tailings-Lager errichtet beziehungsweise erweitert.
Mit Ertis POX entsteht dagegen ausdrücklich eine neue High-Tech-Anlage: Kasachstans erste großtechnische Full-Cycle-Druckoxidationsanlage für refraktäre Goldkonzentrate. Die 600-Mio.-USD-Projektfinanzierung wird zur Hälfte von der EBRD und zur Hälfte von ING, Société Générale und ADCB bereitgestellt; die Umwelt- und Sozialprüfung folgt den EBRD-Anforderungen und den Equator Principles IV. Einen strukturellen technologischen Rückstand gegenüber internationalen Goldproduzenten können wir daher nicht erkennen. Das bedeutet nicht, dass Goldaufbereitung umweltneutral wäre – Tailings, Energiebedarf, Wasser und bei Varvara Cyanid bleiben reale Belastungen, die technisch beherrscht und dauerhaft überwacht werden müssen.
Gesellschaftlicher Beitrag
Solidcore beschäftigte 2025 laut Jahresbericht im Durchschnitt 3.884 Menschen, investierte 9,1 Mio. USD in lokale Gemeinden und leistete rund 335 Mio. USD an gezahlten Steuern (Gesamtsteuerzahlungen, einschließlich produktionsbezogener Abgaben wie MET). Greifbar wird dieser Beitrag an konkreten Projekten: Rund um Varvara wurden bis Anfang 2026 bereits etwa 950.000 Bäume auf 190 Hektar gepflanzt; im Rahmen des Projekts „Irtysh Sturgeon“ wurden rund 8.500 junge Sibirische Störe in den Irtysch ausgesetzt. In Pavlodar finanzierte Solidcore unter anderem die energetische Sanierung eines Kindergartens für knapp 300 Kinder. Für Ertis POX wurden 2026 zusätzlich rund 900 Mio. Tenge für die Sanierung von drei Schulen und zwei Kindergärten, weitere soziale Infrastruktur sowie Ausrüstung für Wald- und Wildtierschutz vereinbart.
Auch externe Bewertungen zeichnen kein Bild eines Unternehmens mit offensichtlich rückständigen ESG-Standards: Im S&P Global Corporate Sustainability Assessment 2025 erreichte Solidcore 63 von 100 Punkten und das 91. Perzentil der Metals-&-Mining-Unternehmen. Solche Ratings ersetzen unsere eigene Beurteilung nicht – sie sind aber ein zusätzlicher Datenpunkt.
Bergbau bleibt ein erheblicher Eingriff in Natur und Landschaft. Entscheidend ist deshalb nicht, ob Solidcore möglichst viele ESG-Auszeichnungen vorweisen kann, sondern ob Umwelt-, Sicherheits- und Sozialrisiken so beherrscht werden, dass sie Menschen, Genehmigungen, Produktion und damit den langfristigen Wert der Assets nicht gefährden.
Die verfügbaren Kennzahlen sprechen bislang gegen das Klischee eines rückständigen Bergbaubetriebs: Die Sicherheitsbilanz ist stark, Wasser wird zu einem sehr hohen Anteil im Kreislauf geführt und neue Großprojekte werden nach internationalen Umwelt- und Sozialstandards geprüft. Gleichzeitig zeigen der höhere Frischwasserbedarf und die 2025 noch gestiegenen Emissionen, dass nicht jede Kennzahl bereits in die gewünschte Richtung läuft. Genau diese Entwicklung werden wir weiter beobachten.
Re-Rating · Wertsteigerung · Ausführung
Nach der Bewertung stellt sich die entscheidende Frage: Welche Entwicklungen können den heutigen Abschlag zum inneren Wert verringern – und welche Risiken könnten verhindern, dass die modellierten Cashflows tatsächlich bei den Aktionären ankommen? Wir trennen deshalb bewusst zwischen Re-Rating-Katalysatoren, echter Wertsteigerung und den Risiken der Umsetzung.
Der Bau und spätere Ramp-up der eigenen POX-Anlage würden die Abhängigkeit von externer Verarbeitung strukturell reduzieren. Die im Juli 2026 abgeschlossene 600-Mio.-USD-Projektfinanzierung mit EBRD und internationalen Banken senkt bereits heute das Finanzierungsrisiko; der entscheidende operative Beweis folgt mit Bau, Inbetriebnahme und Ramp-up.
Ein zusätzliches internationales Listing schafft keinen neuen Cashflow, könnte aber Investorenbasis, Liquidität und Kapitalmarktzugang verbessern. Solidcore sieht diesen Schritt weiterhin als längerfristige Option – insbesondere nach Fortschritten bei Ertis POX und der Bereinigung verbleibender rechtlicher Altlasten.
Eine positive Investitionsentscheidung bei Syrymbet würde Solidcore erstmals einen zweiten bedeutenden Rohstoffpfeiler eröffnen. Fortschritte bei Besshoky, Khabiyat oder weiteren Projekten können zusätzliche Cashflows schaffen, die in der heutigen Produktionsbasis noch nicht enthalten sind.
Ertis ist nicht nur eine Lösung für Kyzyl. Freie Kapazität kann perspektivisch für Tokhtar, weitere eigene refraktäre Vorkommen oder Konzentrate Dritter genutzt werden. Damit kann die Anlage zusätzlichen Wert erzeugen, ohne dass dieser vollständig aus der heutigen Kyzyl-Produktion stammen muss.
Die Finanzierung ist weitgehend gesichert, das Projektrisiko damit aber nicht verschwunden. Bei einem Großprojekt dieser Größenordnung bleiben Bau, Kostenkontrolle, Terminplan, Inbetriebnahme und Ramp-up die zentralen Ausführungsrisiken. Illustrativer Bewertungsstress: Zwei Jahre Verzögerung plus 20 % höhere noch ausstehende Investitionskosten würden den Ertis-Netto-NAV im Base Case nach unserer vereinfachten Modellrechnung von rund 731 Mio. USD auf etwa 370 Mio. USD reduzieren. Das entspricht knapp der Hälfte des Ertis-Wertbeitrags, aber nur rund 3–4 % des gesamten Base-Case-NAV.
Der Übergang vom Tagebau in den Untertagebau ist notwendig, um die außergewöhnlich lange Reservebasis zu erschließen. Er verändert zugleich Minenplanung, Kostenstruktur und operative Komplexität.
Kyzyl ist der dominante Werttreiber unseres Modells. Im Base Case entfallen rund 75 % des Equity NAV direkt auf Kyzyl; einschließlich des über Kyzyl-Einsparungen bewerteten Netto-Beitrags von Ertis sind rund 82 % des NAV wirtschaftlich an dieses Asset gekoppelt. Technische Probleme, Verzögerungen beim Untertageübergang oder schwächere Ressourcenkonversion hätten deshalb überproportionale Auswirkungen auf den Unternehmenswert.
2025 und erneut zeitweise 2026 wurde sichtbar, wie stark externe Verarbeitungs- und Versandwege Produktion, Lagerbestände und Cashflow beeinflussen können. Bis Ertis vollständig läuft, bleibt diese Abhängigkeit ein reales operatives Risiko.
Die Zinn-Option kann erheblichen Wert schaffen, muss diesen aber erst technisch und wirtschaftlich beweisen. Die für September 2026 angekündigte Investitionsentscheidung ist inzwischen ein konkreter kurzfristiger Katalysator: Sie könnte die derzeit mit 60 % Abschlag angesetzte Kategorie-C-Bewertung wesentlich besser fundieren – oder bei einer negativen Entscheidung eine Neubewertung des angesetzten Projektwerts erforderlich machen.
Solidcore konzentriert seine operative Basis weiterhin stark auf Kasachstan. Änderungen bei Bergbaurecht, Genehmigungen, Kapitalverkehr oder staatlichen Rahmenbedingungen können deshalb einen größeren Einfluss haben als bei geografisch breiter diversifizierten Produzenten.
Die progressive Mineral Extraction Tax reduziert den Hebel steigender Goldpreise. Bei 4.000 US$/oz und darüber liegt der MET-Satz bereits am Maximum von 11 % – dieser Effekt ist in unserem Base Case berücksichtigt und darf nicht nochmals pauschal als zusätzlicher Bewertungsabschlag angesetzt werden.
Ein Teil der Kosten fällt in kasachischen Tenge an, während Gold in US-Dollar verkauft wird. Wechselkursbewegungen können Kostenanstiege abfedern oder verstärken; zugleich bleibt lokale Inflation ein wichtiger Treiber der operativen Kosten.
Unsere Bewertung ist bewusst über mehrere Szenarien aufgebaut. Sinkende Gold- oder Zinnpreise reduzieren Cashflows und Projektwerte; höhere Preise erhöhen sie – bei Gold allerdings teilweise gedämpft durch die progressive MET.
Solidcore selbst unterliegt derzeit keinen westlichen Sanktionen. Dass indirekte Sanktionsfolgen dennoch real sind, zeigte Q1 2025: Die konzernweite Goldäquivalent-Produktion sank um 42 % gegenüber dem Vorjahr; Hauptursache waren verzögerte Kyzyl-Konzentratlieferungen an Amursk POX infolge operativer Probleme, die Solidcore ausdrücklich mit den Auswirkungen internationaler Sanktionen gegen Russland in Verbindung brachte. Bei Kyzyl selbst fiel die Quartalsproduktion laut der von Solidcore veröffentlichten Asset-Tabelle von 76 koz auf 31 koz bzw. um 59 %. Bis zur Inbetriebnahme von Ertis POX bleibt die Verarbeitung refraktärer Kyzyl-Konzentrate damit von externen Verarbeitungsketten abhängig. Mit eigener POX-Kapazität in Kasachstan dürfte diese Abhängigkeit strukturell sinken – Ertis ist deshalb nicht nur ein Wachstumsprojekt, sondern auch ein Instrument zur Reduzierung geopolitischer und sanktionsbedingter Risiken. Quelle: Solidcore Q1 2025 ↗
Wie bei jedem kapitalintensiven Bergbauunternehmen können neue Großprojekte oder Akquisitionen künftig zusätzliches Eigenkapital erfordern. Für die aktuell absehbare Entwicklung sehen wir jedoch keinen akuten Finanzierungsdruck: ein wesentlicher Teil der Ertis-Finanzierung ist durch das im Juli 2026 abgeschlossene 600-Mio.-USD-Finanzierungspaket gesichert und Solidcore verfügt über eine starke Bilanz sowie eine solide Liquiditätsposition. Eine größere Kapitalerhöhung erscheint daher vor allem dann relevant, wenn das Unternehmen zusätzliches Wachstum beschleunigen möchte. Verwässerung wäre in diesem Fall eher Folge einer offensiven Wachstumsentscheidung als einer Finanzierungslücke im bestehenden Geschäft.
Die ausschließliche Notierung an der Astana International Exchange begrenzt nicht nur den Zugang internationaler Anleger, sondern auch die Handelsliquidität. Im Januar 2026 wurden im USD-Ticker CORE rund 1,36 Mio. Aktien im Wert von 9,9 Mio. USD umgesetzt – im Durchschnitt grob nur etwa 0,5 Mio. USD je Handelstag. Größere Kauf- oder Verkaufsorders können den Kurs deshalb spürbar bewegen; in Stressphasen können sich Spreads ausweiten und der Ausstieg aus größeren Positionen erschwert sein. Quelle: AIX · Trading Update Januar 2026 ↗
Auf der Chancenseite stehen vor allem die erfolgreiche Fertigstellung und Auslastung von Ertis POX, die Entwicklung von Syrymbet und weiteren Projekten sowie eine bessere internationale Handelbarkeit der Aktie. Diese Faktoren können bestehende operative Risiken reduzieren, zusätzliche Cashflows erschließen oder den Zugang zu internationalem Kapital verbessern.
Dem gegenüber stehen klar benennbare Risiken: Bau und Ramp-up von Ertis, die weitere Entwicklung von Kyzyl, Abhängigkeiten bei der externen Verarbeitung bis zur Inbetriebnahme von Ertis sowie politische, regulatorische und steuerliche Risiken in Kasachstan. Hinzu kommen die für jeden Produzenten relevanten Faktoren Goldpreis, Kosteninflation und Währung.
Für die Investmentthese ist deshalb weniger entscheidend, dass jedes positive Szenario eintritt. Entscheidend ist, ob Solidcore seine großen Projekte technisch und finanziell planmäßig umsetzt und gleichzeitig die externen Risiken beherrschbar bleiben. Ertis ist dabei der zentrale Wendepunkt: Gelingt das Projekt, reduziert es eine wesentliche operative Abhängigkeit und schafft zugleich neue strategische Möglichkeiten. Scheitert oder verzögert es sich erheblich, wäre genau das eines der größten Risiken für unsere heutige These.
Fazit
Solidcore Resources ist heute ein auf Kasachstan fokussierter Goldproduzent mit zwei produzierenden Minen – und einer Bewertung, die aus unserer Sicht deutlich mehr Risiko einpreist, als nach unserer Analyse gerechtfertigt erscheint.
Kasachstan ist keine westliche Tier-1-Jurisdiktion. Politische, regulatorische und kapitalmarktbezogene Risiken rechtfertigen deshalb einen Bewertungsabschlag gegenüber Produzenten in Kanada, Australien oder den USA. Diesen Unterschied ignorieren wir in unserer Bewertung nicht: Solidcores zukünftige Cashflows werden mit 8 % diskontiert und damit stärker als die überwiegend mit 6 % bewerteten westlichen Vergleichsunternehmen.
Das wichtigste Asset ist Kyzyl. Die Mine erschließt ein außergewöhnlich großes und langlebiges Goldvorkommen, dessen doppelt refraktäres Erz allerdings besondere Anforderungen an die Verarbeitung stellt. Genau hier setzt Ertis POX an: Mit der neuen Druckoxidationsanlage schafft Solidcore eine eigene Verarbeitungslösung für refraktäre Konzentrate, reduziert die Abhängigkeit von externen Verarbeitungswegen und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, künftig weitere eigene oder fremde Konzentrate zu verarbeiten. Varvara bildet daneben die zweite bestehende Produktionsbasis.
Mit Syrymbet kommt eine weitere Dimension hinzu. Das große Zinnprojekt könnte Solidcore langfristig über Gold hinaus diversifizieren und dem Unternehmen Zugang zu einem strategisch bedeutenden Industriemetall verschaffen. Weitere Projekte und potenziell freie Kapazitäten von Ertis schaffen zusätzliche Optionalität, die für die heutige Investmentthese nicht vollständig benötigt wird.
Entscheidend bleibt die Bewertung. Auch nach Berücksichtigung eines höheren Diskontsatzes für Kasachstan liegt Solidcores Börsenwert in unserem Base Case weit unter dem modellierten inneren Wert. Die Bewertung folgt nun demselben A–E-Standard wie die übrigen Minenwerte-Analysen; ein separater Peer-Vergleich wird künftig zentral auf der Landingpage geführt.
Dabei sind die Risiken real. Ertis muss im vorgesehenen Kosten- und Zeitrahmen fertiggestellt und erfolgreich hochgefahren werden. Kyzyl muss langfristig den Übergang in den Untertagebau bewältigen. Syrymbet muss seine technische und wirtschaftliche Machbarkeit erst endgültig beweisen. Hinzu kommen Kasachstan-, Steuer-, Goldpreis-, Währungs- und allgemeine Ausführungsrisiken.
Unsere Investmentthese setzt deshalb weder ein perfektes Szenario noch eine Bewertung wie bei einem westlichen Premium-Produzenten voraus. Sie beruht vielmehr auf der Frage, ob der heutige Abschlag größer ist als jener, den die tatsächlichen Risiken rechtfertigen. Nach unserer Analyse ist das der Fall.
Solidcore verbindet eine außergewöhnlich langlebige Goldreservebasis mit einer strategisch wichtigen eigenen Verarbeitungslösung, zusätzlicher Zinn-Optionalität und einer im Peer-Vergleich niedrigen Bewertung. Selbst nach einer bewussten Risikoprämie für Kasachstan sehen wir deshalb erhebliches Potenzial bis zu einer aus unserer Sicht fairen Bewertung.
Die finalisierte Machbarkeitsstudie und die anstehende Investitionsentscheidung werden zeigen, ob Wirtschaftlichkeit, Kapitalbedarf und Entwicklungsplan die strategische Bedeutung des Zinnprojekts bestätigen.
Nach gesicherter Projektfinanzierung zählt vor allem die Umsetzung: Bleiben Bau, Kosten und Hochlauf der eigenen POX-Verarbeitung im vorgesehenen Rahmen?
Bis zur eigenen Verarbeitung bleibt entscheidend, wie zuverlässig Solidcore seine refraktären Konzentrate über externe Kanäle verarbeiten und verkaufen kann.
Praktischer Hinweis
Solidcore Resources ist derzeit ausschließlich an der Astana International Exchange (AIX) in Kasachstan börsennotiert. Wer die Aktie kaufen möchte, benötigt daher einen Broker mit Zugang zur AIX. Viele klassische deutsche Wertpapierdepots bieten diesen Handelsplatz nicht an.
Freedom24 ist ein Beispiel für einen Anbieter, der europäischen Kunden Zugang zu Aktien an der Astana International Exchange und der Kazakhstan Stock Exchange anbietet. Daneben bestehen weitere AIX-Handelsteilnehmer. Ob ein Anbieter Depots für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland eröffnet und zu welchen Konditionen CORE handelbar ist, sollte direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.
Freedom24 ↗Zu den Trading Members der AIX gehören unter anderem Freedom Finance Global, Halyk Finance, BCC Invest und ForteFinance. Eine AIX-Mitgliedschaft bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Broker Depots für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland eröffnet. Zugang, Konditionen und Handelbarkeit von CORE sollten deshalb vorab direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.
Alle AIX Trading Members ↗Minenwerte-Hinweis: Die Nennung einzelner Broker dient ausschließlich der Information und stellt keine Empfehlung, Vermittlung oder bezahlte Kooperation dar. Handelszugang, Gebühren und regulatorische Voraussetzungen können sich ändern.